Social-Media-Sucht verstehen: Wer ist besonders gefährdet? (S03E07)
Shownotes
Wer gehört zur Risikogruppe, wenn wir uns negative Folgen intensiver oder suchtartiger Social-Media-Nutzung anschauen? Das beantwortet Psychologe und Hirnforscher Prof. Dr. Christian Montag. Wir sprechen über aktive und passive Nutzung, Alter, Geschlecht, Persönlichkeit und Vorerkrankungen. Am Ende der Folge gibt es natürlich wie immer einen Tipp zur Selbsthilfe. „Social-Media-Sucht verstehen“ ist eine Podcast-Staffel der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., gefördert durch die Techniker Krankenkasse in Hessen.
Infos + Tipps zur Selbsthilfe: https://webcare.plus Transkripte zum Podcast: https://webcare.plus/podcast-mediensucht-verstehen Online-Veranstaltung am 5.11.2026: https://webcare.plus/service/webinare/social-media-sucht-verstehen-webinar-mit-prof-dr-christian-montag Online-Suchtberatung: https://www.suchtberatung.digital/?mtm_campaign=webcare-Podcast&mtm_placement=YT-Shownotes
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Hessische Landesstelle für Suchtfragen: https://www.hls-online.org Christian Montag: https://christianmontag.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Wer ist besonders gefährdet, eine problematische oder suchtartige Nutzung von Social Media zu entwickeln?
00:00:06: Das bespreche ich heute mit unserem Experten Christian Montag.
00:00:10: Soziale Medien machen abhängig, depressiv und sind gefährlich!
00:00:14: Für Kinder und Jugendliche gehören sie verboten – zumindest wird das aktuell heiß diskutiert.
00:00:20: Aber was davon stimmt
00:00:22: wirklich?!
00:00:23: Wir stellen gängige Social-Media-Mythen auf den Prüfstand … Mit Wissenschaft statt Fake News.
00:00:30: Herzlich willkommen zu Social Media.
00:00:32: Suchtverstehen, der dritten Staffel von Medien-Sucht Verstehen.
00:00:36: Ein Podcast der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen gefördert durch die Technikerkrankenkasse in Hessen.
00:00:42: Mein Name ist Saskia Rösner und mit mir hier im Studio ist Christian Montal.
00:00:46: Hallo, Christian!
00:00:46: Grüß Sie, Saskia.
00:00:48: Wir haben uns die letzten Folgen ganz viel darüber unterhalten, ob Social media süchtig machen kann, ob es auf andere Weise krankmachen kann, Heute wollen wir uns damit beschäftigen, welche Personen besonders gefährdet und anfällig sind für negative Auswirkungen von Social Media-Nutzung.
00:01:10: Und ... Wir haben ja schon darüber geredet, dass das sehr individuell ist.
00:01:15: Wieso ist das so?
00:01:18: Ja, um unsere Episode heute ein bisschen zu strukturieren würde ich mal drei Fragen in Raum stellen die wer, die wie oder warum Frage Wer wie warum?
00:01:30: Die uns ein bisschen leiten kann und genau zu verstehen, wer ist denn besonders anfällig dafür im Problemverhalten zu entwickeln.
00:01:40: Und ich würde mal mit der Wehrfrage beginnen die eigentlich so aus dem Bereich der Persönlichkeitspsychologie kommt.
00:01:48: Ich bin eine Kölscher und sie und Köln sagt hier der Jäck ist anders Und das zielt natürlich darauf ab, dass Menschen sich unterscheiden.
00:01:56: Das kennen wir alle.
00:01:57: Also im Freundeskreis da weiß man direkt beschreiben wir uns oder unsere Freunde mit bestimmten Attributen.
00:02:04: Die Persönlichkepsychologie hat so vor knapp hundert Jahren angefangen einen lexikalischen Ansatz zu wählen um globale Persönlichkeitseigenschaften herauszuarbeiten.
00:02:17: Was
00:02:18: heißt das?
00:02:20: Ich mache jetzt mal ein Beispiel.
00:02:23: Wenn ich dich jetzt beschreibe und sage, aber die Saskia ist ja lebendig.
00:02:27: Die ist gesellig.
00:02:29: Und das Interessante ist, wenn man eine andere Person beschreibt, die gesellich ist dann ist sie häufig auch lebendlich.
00:02:36: Das heißt mit anderen Worten klasstern.
00:02:39: also fallen bestimmte Eigenschaftsbegriffe irgendwie sind die überzufällig häufig beieinander.
00:02:45: Und es hat die moderne Psychologie dazu veranlasst kann man im statistischen Verfahren machen Diese Beschreibung statistisch zu untersuchen?
00:02:55: hat man gesehen tatsächlich, dass bestimmte Eigenschaften sehr häufig eben miteinander auftauchen?
00:03:01: und dann gehen wir davon aus das dahinter ein unsichtbarer Faktor ist.
00:03:05: Ein Latenter-Faktor wie wir sagen.
00:03:07: Und das wäre eine Persönlichkeitseigenschaft in dem Fall wie Extraversion.
00:03:11: Also eine Person die aus sich herausgeht ist ja lebendig gesellig.
00:03:19: Persönlichkeitspsychologie hat durch diese Art der Sprachanalysen fünf globale Persönlichkeit Eigenschaften daraus gearbeitet, die auch als das sogenannte Ocean-Modell, Ozean-Model bekannt geworden sind.
00:03:31: Welche
00:03:31: Fünfe sind das?
00:03:32: Das ist einmal O Openness also Offenheit für Erfahrung dann im Englischen wäre ja Ocean mit C, C Conscientiousness übersetzt Gewissenhaftigkeit.
00:03:42: Dann haben wir das E für Extraversion das A für Greableness das war Verträglichkeit und Envy Neurotizismus.
00:03:50: Das sind die großen fünf.
00:03:52: und jetzt muss man sich vorstellen, dass jede dieser großen fünf der Persönlichkeit eine Dimension darstellt.
00:03:58: Was heißt der Gegenspieler von Extraversion wäre Introversion?
00:04:02: Der Gegenspieler von Gewissenhaftigkeit war jemand, der sehr schludrig ist oder chaotisch.
00:04:07: Der Gegendspieler vom jemanden, der besonders verträglich ist für eine Person, die wenig empathisch wäre, wenig kooperativ.
00:04:13: Jetzt ist die große Frage, jeder Mensch kann so ein Fragebogen ausführen.
00:04:17: Kann jetzt irgendwer haben auf diesen fünf Persönlichkeits-Eigenschaften?
00:04:20: Und jetzt ist es die spannende Frage...
00:04:22: Was hat das mit Social Media zu tun?
00:04:23: Genau!
00:04:25: Wir hängen das mit einer, wir sprechen über Social Media Sucht hier in unserer Sitzung.
00:04:32: Das heißt ... Welche dieser großen fünf hängt mit einer suchtendlichen nutzung zusammen?
00:04:37: und das sind im wesentlichen zwei wie sich aus ganz ganz viel forschungen herausgestellt hat und dass haben so viele Forschende mittlerweile beobachtet, dass es sicherlich als abgesichertes wissen gelten kann.
00:04:49: welche
00:04:49: zwei sind das?
00:04:50: Das ist einmal Neurotizismus.
00:04:51: Das heißt besonders hohe Ausprägungs-Neurotismus.
00:04:54: was
00:04:54: heißt Neurut?
00:04:57: Das heißt, das sind Leute, die sind eher gestresst, eher ängstlich.
00:05:01: Neigen eher zu depressiven Verstimmungen.
00:05:04: Die haben häufig Schuldgefühle.
00:05:06: Also es hat mit negativen Emotionen zu tun.
00:05:10: Das sind Personen, die tatsächlich auch besonders häufig eben über eine suchtendliche Form der Social Media Nutzung berichten und gleiches gilt für Personen, Geringe Gewissenhaftigkeit wäre wenig pünktlich sein.
00:05:27: Das sind die Personen, auf denen man sich nicht so richtig gut verlassen kann wo man denkt, nur ein bisschen chaotisch unterwegs und ich glaube diese Befunde lassen sich natürlich auch ganz gut verstehen.
00:05:41: Wir haben zwar hier auch das Problem dass wir häufig nur diese Daten zu einem Zeitpunkt erfassen, d.h.
00:05:46: Persönlichkeit wird zu einem zeitpunkt erfasst und die Sucht der ähnliche Social Media Nutzung.
00:05:52: Wir wissen aber, dass Persönlichkeit relativ stabil ist.
00:05:56: Wenn du so ein Big Five-Fragebogen mit dem Ocean-Modell heute ausfüllst und fünf Jahren sind die Werte ziemlich ähnlich.
00:06:03: Das heißt wir verändern uns eher subtil und es dauert relativ lange in Abwesenheiten natürlich jetzt von einem Rundfall des Gehirns also wo irgendeine Lesion da ist.
00:06:15: Von daher gehen wir tatsächlich von der Wirkrichtung aus, dass die Persönlichkeit die Nutzung beeinflusst.
00:06:20: Und das ließe sich dann so erklären, dass wahrscheinlich eine rotisch Person eher die sozialen Medien suchen um ihren negativen Effekt abzuschütteln und sagen mir geht es gerade zu schlecht.
00:06:30: ich bin so gestresst aber wenn ich da drauf gehe kann ich mal kurz ausblenden und mich ablenken Und bei der geringen Gewissenhaftigkeit ist es wohl zu erklären, dass das Leute sind die eben eher Selbstregulationsprobleme haben.
00:06:44: Also die dann das Problem haben.
00:06:46: ich sitze jetzt hier am Tisch und da liegt das Telefon und ich weiß ich sollte jetzt eigentlich was für ein Job machen
00:06:55: Kann meine Impulse nicht so gut kontrollieren und ich fiebe gerne Sachen auf.
00:06:59: Da haben wir in der letzten Staffel auch schon darüber gesprochen, wenn euch das noch mal interessiert schaut gerne nochmal in die letzte Staffel rein
00:07:06: genau.
00:07:07: Jetzt muss man nur eins auch sagen, das macht es natürlich immer auch irgendwie komplexer zu verstehen.
00:07:12: Es gibt nicht so was wie eine Suchtpersönlichkeit.
00:07:14: Also es ist jetzt nicht so zu verstehen dass jeder der eine geringe Wissenhaftigkeit als jetzt ein suchtähnliches Phänomen entwickelt.
00:07:21: Das sind Wahrscheinlichkeiten.
00:07:22: D.h.,
00:07:22: jetzt müssen wir mehrere Faktoren zusammenkommen und wir wissen, dass die Soziolomographie eine gewisse Rolle spielt d.h.
00:07:29: wir wissen vor allen Dingen jüngeres Alter mit einer exzessiveren Nutzung der sozialen Medien assoziiert ist.
00:07:38: Die Logik dahinter ist häufig eine neurobiologische Erklärung, wir wissen nämlich das es relativ lange dauert bis der präfrontale Cortex ausreift also die Struktur im Gehirn, die uns dabei hilft uns auf die Finger zu klopfen und zu sagen nee ich lass das jetzt mal und kümmere mich um wichtigere Dinge.
00:07:56: Ja
00:07:57: genau, die Impulse kontrollieren.
00:07:58: Wie lang
00:07:58: gedauert das bis das voll ausgereift ist?
00:08:01: Ja, also gibt es natürlich unterschiedliche Angabene Literatur.
00:08:05: Aber wir gehen schon davon aus relativ lange bis Anfang der zwanziger Jahre und da sieht man schon dass das relativ lange dauert bis wir wirklich Selbstregulationsfähigkeiten auf dem ordentlichen Niveau zeigen können.
00:08:18: Und vor allem ist dann auch nicht nur ein Problem von Kindern und Jugendlichen sondern auch von jungen Erwachsenen.
00:08:22: Jungen Erwachsens absolut die wir hier mitdenken müssen Ja, und was auch immer gefragt wird.
00:08:30: Wer ist denn jetzt anfälliger sind das die Mädels oder Jungs?
00:08:34: Das ist natürlich auch eine interessante Frage.
00:08:37: Da gibt es durchaus auch Studien, die nahe legen dass gerade Gaming eher so ein Jungsthema ist und Social Media mehr ein Mädelthema.
00:08:48: Da gibt es dann aber auch wieder neuere Studien zum Beispiel aus Deutschland, die kaum Unterschiede finden.
00:08:52: Wir haben z.B.
00:08:52: auch im Fear of Missing Out da haben wir eine große Studie gemacht mit fast dreitausend Leuten.
00:08:56: Wir wissen ja dass Fear of missing out durchaus ein Prozess ist der auch zu Social Media mit Social media Abhängigkeit anhergeht und vor allen Dingen eben auch stark mit hohem Neurotizismus und gerierender Gewissenhaftigkeit in Salman steht.
00:09:10: Also
00:09:10: vier auf Missing Out, die Angst etwas zu verpassen?
00:09:13: Und du sagtest eben ja auch schon so ein Neuroticismus gehört aus eine gewisse Ängstlichkeit.
00:09:16: Genau!
00:09:17: Deswegen ist es gar nicht verwunderlich dass wir in Studien gesehen haben das Person die zum Nordicismus zeigen, dass sie auch eine exzessive Social Media Nutzung berichten und der Zusammenhang dann durch das Fear of Missing Out zum Beispiel erklärt wird.
00:09:32: Ja, klingt logisch!
00:09:33: Weil Personen, die eher ängstlich sind, empfinden dieses Fear-of-Missing-Out z.B.
00:09:39: stärker an dieser Stelle.
00:09:41: Und ich wollte nur sagen also gerade interessant, bei dem FOMO haben wir keine Geschlechtseffekte gefunden Bei der Social Media Abhängigkeit, problematischen Social Media Nutzungen.
00:09:53: Da gibt es Studien, die das nahe legen und andere nicht.
00:09:56: Ich glaube, dass es nach wie vor kommt auch auf die Plattform an wenn mehr ehrlich ist.
00:10:01: Auch das muss man berücksichtigen natürlich auf die Inhalte.
00:10:04: So da haben wir jetzt gerade über die Wehrfrage gesprochen aber wir wollten ja noch über zwei weitere Fragen
00:10:09: sprechen.
00:10:09: Genau!
00:10:09: Wie?
00:10:10: Und warum?
00:10:12: Also wenn wir eigentlich verstehen wollen, wer besonders gefährdet ist dann ist es hilfreich diese Wehrfrage zu stellen.
00:10:19: Sozu demografie Persönlichkeits-Eigenschaften Die Wie Frage zielt auf die Art und Weise der Nutzung ab.
00:10:25: also bin ich jetzt eher die Person, die sich online einfach nur briseln lässt oder Bin nicht die Person die aktive in Austausch geht?
00:10:34: Ich weiß dass jetzt viele Zauber sitzen sagen ja aber kann man das so genau trennen?
00:10:38: Das ist sehr phasenweise mal so manchmal briesel ich mich, manchmal gehe ich in aktiven Austausch.
00:10:46: Also sitze ich jetzt da und schaue die ganze Zeit nur durch
00:10:50: Mach
00:10:50: sonst nix, vielleicht für Stunden.
00:10:52: Vielleicht auch dieses Doomscrolling also irgendwann einfach nur noch negative Inhalte angezeigt zu bekommen oder nutze ich das wirklich aktiv schreibe ich mit meinen Liebsten irgendwie oder tobe ich mich kreativ aus mache da irgendwelche Musikvideos Tanzvideost was auch immer und dass macht tatsächlich einen Unterschied.
00:11:11: Das macht ne Unterschied.
00:11:11: Also wir sehen wie wir gehen davon aus auch wenn das ein bisschen vielfach dargestellt ist weil es gibt ja auch Mischformen zwischen diesen Nutzungen dass die passive Form der Nutzung, die schlechtere Form der nutzungen ist.
00:11:22: Weil sie natürlich einen sozialen Aufwärtsvergleich auch münden kann.
00:11:25: das heißt Ich bin da nur passiv unterwegs und stolper über so viele Konten, die alle ein fantastisches Leben haben.
00:11:33: Und ich dann sofort in diesem Vergleichsmodus denke, ja aber wie ist das denn bei mir?
00:11:37: Das ist eine der Erklärungen...
00:11:39: Aber das ist auch total fies!
00:11:41: Weil wenn ich negative Sachen angezeigt bekomme, dann mache ich dieses Doomscrolling was nicht gut für mich ist.
00:11:46: Wenn ich ganz viele positive Sachen angezeig bekommen, tut es mir auch nicht gut.
00:11:50: Ja, und wir sind natürlich auf irgendeine Vergleichsmaschine.
00:11:53: Wir wollen uns immer auch verorten.
00:11:56: Das liegt in uns drin.
00:11:57: Wir sprachen schon drüber in einer früheren Folge.
00:12:00: Wir sind soziale Wesen.
00:12:01: Wir haben das Grundbedürfnis nach sozialem Austausch, nach sozialen Interaktionen.
00:12:06: Und wir waren evolut näher gesehen der Gruppe immer stärker als alleine!
00:12:11: Das heißt, natürlich wollen wir uns vorordnen und wollen gucken wo stehe ich gerade in der Gruppe.
00:12:15: Insofern wird das natürlich ein Stück weit auch durch die sozialen Medien hier mit befeuert das Ganze und kann eben dann in einer schlechter Form der Nutzung landen.
00:12:28: Und damit im Zusammenhang steht eigentlich noch eine andere form der nutzungen.
00:12:31: da sind wir jetzt bei der warum Frage nämlich die Motivlage, also warum nutze ich hier sozialen Medien?
00:12:37: und da gehen wir jetzt eigentlich in eine uralte medienpsychologische Theorie rein.
00:12:43: Die von härter Herzog in den vierziger Jahren glaube ich war so ungefähr.
00:12:49: Da gab es
00:12:50: noch kein Social Media.
00:12:51: Begründet worden ist, da ging es um das Radio.
00:12:54: Die Frau Herzog hat sich damals die Frage stellt, warum hören eigentlich die Menschen Radio?
00:12:59: Diese Theorie wurde dann irgendwie ein bisschen weiter erarbeitet und kann heute noch genutzt werden, um auch zu verstehen warum Menschen die sozialen Medien nutzen.
00:13:09: Das ist diese sogenannte Nutzen- und Gratifikationstheorie.
00:13:14: Schwieriges Wort!
00:13:15: Ist aber eigentlich relativ einfach zu verstehen.
00:13:19: Die Idee hinter dieser Theorie ist dass egal welchen Technologie auf dem Markt kommt nur Technologien erfolgreich sein können wenn sie grundbedürftig sind das Menschen befriedigen.
00:13:29: Wir sprachen schon über die sozialen Aspekte der Social Media Nutzung, die es ja durchaus gibt.
00:13:34: Und dann wäre die Gratification und die Belohnungen, die ich bekomme durch die soziale Medien, dass ich denke mein Grundbedürfnis nach Sozialem ist dadurch abgedeckt.
00:13:44: Jetzt gibt's aber noch weiter Grundbedurfnissen.
00:13:46: einmal eine hedonische Form der Nutzungen?
00:13:48: Was
00:13:48: ist das?
00:13:49: dass wir einfach nur Spaß haben banal das kann natürlich warum Katzenvideos viral gehen.
00:13:54: Das kann ja auch mal nett sein aber ich glaube jeder würde wahrscheinlich zustimmen.
00:13:58: wenn ich es nun noch mache verplämpere ich sehr viel Zeit auf dem Plattform und dann haben wir eine utilitäre Form der Nutzung.
00:14:05: damit ist eigentlich gemeint, dass wir die sozialen Medien aktiv als Werkzeug ansetzen.
00:14:11: Daraus ist ja auch eine ganze Industrie entstanden, die Influencerinnen und Influencern.
00:14:15: Die das als Werkzeug nutzen um Outreach zu haben Produkte zu verkaufen Dinge zu bewerben Geld zu verdienen was natürlich auch ne Form der Nutzung ist.
00:14:25: Und ich glaube wenn man diese Werbiven warum fragen?
00:14:31: So ein bisschen im Hinterkopf hat miteinander verknüpft.
00:14:34: Ich glaube, dann kriegt man schon die erste Idee davon wer jetzt besonders anfällig ist.
00:14:39: ne also jüngeres alter eher eher neurotisch eher wenig gewissenhaft eher negent zum passiven konsum vielleicht eher negend zu einer rein hedonischen form der nutzung.
00:14:51: ich glaube dann kriecht man so einen bündel an faktoren zusammen die eben eine excessive Form der Social Media Nutzung begünstigen kann.
00:15:03: Und kannst du uns, wenn wir das jetzt als Grundlage nehmen auch ein Tipp zur Selbsthilfe geben?
00:15:09: Ja ich glaube auch hier kann man über mehrere Dinge nachdenken.
00:15:16: also zunächst erstmal wenn über Plattformdesign, Nachdenken haben wir noch gar nicht über Farbwelten gesprochen.
00:15:25: Die sozialen Medien sind ja so gestaltet dass sie besonders ansprechen rüber kommen wollen.
00:15:31: und wenn man eine Plattform wie Instagram oder TikTok sieht die sind extrem bunt.
00:15:36: Und sind vor allen Dingen auch unterwegs muss man sagen mit Inhalten die oft auf emotionale Sensation abzielen.
00:15:45: Wir wissen, dass die Algorithmen hinter den sozialen Medien eben natürlich gerade emotionale Botschaften sehr stark belohnen mit Reichweite.
00:15:55: Wut,
00:15:56: Angst, Empörung...
00:15:57: Exakt das!
00:15:58: Und ich glaube da ist es wichtig.
00:16:00: also wenn ich jetzt die sozialen Medien nutze und jetzt zum Beispiel sodass die Neige irgendwie passiv zu konsumieren, dass ich erstmal drüber nachdenke stichwort Doomscrolling was mir nicht gut tut Da sind doch bestimmt jetzt viele Fake News dabei, da gibt es ein paar Tricks, Fake News zu detektieren.
00:16:17: Ist das Bild realistisch?
00:16:19: Ist die URL irgendwie komisch darunter?
00:16:21: Dann gab's auch mal so eine Intervention, wenn man sich die Frage stellt ist das Ganze vielleicht einfach nur ein Witz dass man dadurch tatsächlich Fake News besser detectieren kann.
00:16:29: Das heißt Inhalte hinter Fragen und auch Hinterfragen im sozialen Aufwärtsvergleich.
00:16:36: Eigentlich weiß ich doch, dass die meisten irgendwie ne Woche nix posten und dann nur einmal was posten wenn es ihnen gerade gut geht.
00:16:42: Und sie grade eine tolle zeit haben.
00:16:44: das heißt auch immer zu hinterfragen oder sich vor Augen zu führen Das zwischen dem postings auch bei den anderen menschen echt durchstrecken sind.
00:16:53: das hilft natürlich auch dabei wir zu reflektieren.
00:16:55: mein leben ist gar nicht so schlecht.
00:16:57: ja dass man sich das immer wieder auf gegenwärtigt das heißt Nutzungsmotive der anderen durchaus hinterfragen ist wichtig und was sie wie posten, dass das Leben von andern nicht perfekt ist.
00:17:09: Und dass man gerade mit Punkt zu vielen von vielen Dingen die ich online sehe immer wieder auch sagt naja Ich weiß die Algorithmen belohnen buntes Zeug Die Belohnen eben Dinge die sehr auf Sensation abzielen.
00:17:22: und da sich mir ja dann mal die Frage stelle Ist das was ich hier sehe echt die Realität?
00:17:26: oder ist das nicht eigentlich offenkundig etwas?
00:17:29: was hier eingesetzt wird, um mich zu manipulieren.
00:17:32: Da schließt auch wieder der Tipp an den wir vom Verein aktiv gegen Mediensucht erhalten haben.
00:17:38: die raten nämlich dazu sich wirklich mal über diese Themen über diese Fragen auch mit Freundinnen und Vertrauensperson auszutauschen weil vielleicht postet da jemand ständig Fotos vom tollen Urlaub dem man vielleicht dann aber nur eine Woche im Jahr gemacht hat und die restlichen einundfünfzig Wochen im Jahr?
00:17:54: hat man sich wirklich das?
00:17:55: wie sagt man dass es Butter vom Brot
00:17:57: ab
00:17:59: Abgespart?
00:18:03: Ob das
00:18:03: eine existierte Redewendung ist, wenn nicht habe ich sie gerade erfunden.
00:18:07: Oder vielleicht ein Foto postet von der Familienfeier mit der ach so tollen Deko, aber das an der Familien-Feier Onkel Herbert wieder viel zu viel getrunken hat und es einen Riesenstreit gab.
00:18:17: Und alle danach mit schlechter Laune nach Hause gegangen sind?
00:18:19: Das wird eben nicht gepostet!
00:18:21: Also einfach mal mit Leuten die man in Real Life kennt auszutauschen darüber was geposted wird und was vielleicht auch nicht gephostet wird und so wieder ein bisschen mehr Gefühl für die Realität zu bekommen.
00:18:33: Und wenn ihr weitere Tipps haben wollt zur Selbsthilfe, dann schaut doch mal auf unserer Website vorbei www.webcare.plus.
00:18:40: Dort findet ja außer allerlei Selbsthilftipps auch noch professionelle Hilfeangebote.
00:18:46: falls ihr alleine nicht weiterkommt und wenn Ihr Fragen an unseren Gast Christian habt, dann kommt am fünften Elften zwanzig sechsundzwanzig in unser Webinar.
00:18:55: Anmelden könnt ihr euch über die eben genannte Website.
00:18:59: und wenn ihr jemanden kennt der heute viele von diesen Faktoren, die eine Person anfällig machen für negative Folgen von Social Media Nutzung.
00:19:09: Wenn ihr diese Person kennt dann schickt ihr doch gerne mal den Link zu dieser Folge damit die Person vielleicht vorgewarnt wird und nochmal ganz besonders darauf achtet dass sie ein gesundes Social-Media Verhalten beibehält oder sich das antrainiert.
00:19:23: Lasst gerne eine gute Bewertung da und abonniert den Podcast, damit ihr die nächste Folge nicht verpasst.
00:19:30: Nächste Woche wird es nämlich nochmal spannend – besonders spannend mit einer hochaktuellen Diskussion!
00:19:37: Wir stellen uns die Frage Altersbeschränkung für Social Media ja oder nein?
00:19:42: Wie sinnvoll ist das
00:19:44: wirklich?!
00:19:45: Also bis nächste Woche!