Social-Media-Sucht verstehen: Machen soziale Medien uns krank? (S03E05)

Shownotes

Es muss ja nicht immer gleich eine Sucht sein. Können soziale Medien uns auch auf andere Weise krank machen? Darüber sprechen wir mit dem Psychologen und Hirnforscher Prof. Dr. Christian Montag. Es geht um Populärwissenschaft, Meta-Analysen, Quer- und Längsschnittstudien, Korrelation und Kausalität. Ganz schön viele trockene Fachbegriffe aus der Forschung, aber keine Sorge – Christian und Saskia kippen einen Eimer Wasser drauf und kochen euch eine leicht verdauliche Suppe draus. Am Ende der Folge gibt es natürlich wie immer einen Tipp zur Selbsthilfe. „Social-Media-Sucht verstehen“ ist eine Podcast-Staffel der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., gefördert durch die Techniker Krankenkasse in Hessen.

Infos + Tipps zur Selbsthilfe: https://webcare.plus Transkripte zum Podcast: https://webcare.plus/podcast-mediensucht-verstehen Online-Veranstaltung am 5.11.2026: https://webcare.plus/service/webinare/social-media-sucht-verstehen-webinar-mit-prof-dr-christian-montag Online-Suchtberatung: https://www.suchtberatung.digital/?mtm_campaign=webcare-Podcast&mtm_placement=YT-Shownotes

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Hessische Landesstelle für Suchtfragen: https://www.hls-online.org Christian Montag: https://christianmontag.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Social Media sucht hin oder her.

00:00:02: Aber kann uns Social Media auch auf andere Weise krank machen?

00:00:06: Das frage ich heute unseren Experten Christian Montag.

00:00:09: Soziale Medien machen abhängig, depressiv und sind gefährlich!

00:00:13: Für Kinder und Jugendliche gehören sie verboten – zumindest wird das aktuell heiß diskutiert.

00:00:19: Aber was davon stimmt

00:00:20: wirklich?!

00:00:21: Wir stellen gängige Social-Media-Mythen auf den Prüfstand mit Wissenschaft statt Fake

00:00:27: News.

00:00:28: Herzlich

00:00:29: willkommen zu Social Media Suchtverstehen, der dritten Staffel von Mediensucht Verstehen.

00:00:34: Ein Podcast der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen gefördert durch die Technikerkrankenkasse in Hessen.

00:00:40: Mein Name ist Saskia Rösner und mit mir im Studio ist Christian Montag.

00:00:44: Hallo, Christian!

00:00:46: Wir haben uns letzte Woche gefragt ob es Social-Media-Sucht überhaupt gibt?

00:00:51: Die Antwort ist ... Es ist auf dem Weg, es in der Forschung.

00:00:54: Aber es ist noch nicht abgeschlossen und deswegen gibt's das noch nicht auf dem Papier.

00:00:59: Wir alle haben ja irgendwie so ein bisschen das Gefühl, dass tut uns manchmal nicht richtig gut.

00:01:04: Das ist manchmal vielleicht ungesund, vielleicht macht uns das auch anderweitig krank abseits von dem Thema Sucht.

00:01:12: Und das wollen wir uns heute angucken, was denn so ... negative Folgen auf unsere Gesundheit, für unsere Gesundtheit sein könnten.

00:01:21: Deswegen sind wir heute hier und da fangen wir doch einfach mal an.

00:01:25: was könnten denn solche negativen Folgen sein?

00:01:29: Ja man kann das Thema natürlich ganz groß auftziehen so wie es auch Jonathan Hight gemacht hat in seinem Buch Generation Angst.

00:01:37: Wir haben ja momentan leider auf dem Globus sehen wir dass gerade bei Jugendlichen psychiatrischer Erkrankungen aufm Vormarsch sind.

00:01:46: Und in Heizbuch wird sehr sensationsheischend, also ein bisschen die Hypothese aufgestellt.

00:01:53: Wer schult daran?

00:01:54: Die sozialen Medien klingt relativ monokausal und wenn man sich das Buch anschaut dann muss man leider sagen dass auch viel Evidenz, die dagegen spricht oder zumindest sagt, dass es komplexer ist nicht berücksichtigt worden ist.

00:02:09: und wir wollen hier mal gemeinsam erörtern was sind die Probleme die entstehen Und was kann mir denn aktuell mit einer sicheren oder größeren Gewissheit sagen?

00:02:23: Zunächst, was sicherlich so Themengebiete sind die man barkern kann ist das Zusammenhänge gibt zwischen Social-Mirrenutzung besonders an der suchtähnlichen Nutzung und depressiven Verstimmungen.

00:02:39: Und Angsterkrankungen.

00:02:41: da sind also zusammenhänge gezeigt worden.

00:02:44: Es gibt auch Zusammenhänge mit Körperunzufriedenheit und Essstörungen.

00:02:49: Und bei all diesen Studien, muss man sagen... ...gibt es halt diese Korrelation?

00:02:57: Allerdings ist häufig nicht klar wie die Wirkrichtung ist.

00:03:02: also was ist Hände oder was ist Ei?

00:03:04: Also ist das jetzt so ob eben eine exzessive Social Media Nutzung zu einer Depression führt oder ist es gar andersrum?

00:03:14: Wir gehen mittlerweile von außen.

00:03:16: Das ist eine ganz neue Arbeit, die wir gerade publiziert haben, so eine Übersichtsarbeit, wo man guckt, wo stimmen wir denn jetzt da eigentlich in diesem ganzen Feld?

00:03:24: Dass wir durchaus sehr vorsichtig sein müssen einfach das Monokausal darzustellen also einziger Grund für eine Depression oder einer Angsterkrankung was auch immer sind die sozialen Medien oder eine bestimmte Form der Nutzung.

00:03:38: So einfach ist es mit Sicherheit nicht.

00:03:40: Wie könnte man sowas dann messen oder untersuchen, also diese Ursache Wirkungsrichtung und nicht nur so einen losen Zusammenhang von ja das ist jetzt zufällig beides gleichzeitig da.

00:03:51: Ja das ist super dass du es noch mal fragst.

00:03:54: Also die meisten Studienfeld sind querschnittlich.

00:03:56: Das heißt wenn Du mitmachen würdest dann wirst Du zur einem Zeitpunkt zum Beispiel heute einfach sagen So meine Social Media Nutzung ist aktuell wie folgt in Form von Stunden oder Kontrollverlust oder wie auch immer.

00:04:11: Und dann, wie geht's mir denn sonst so gerade?

00:04:14: Dann weiß ich natürlich nicht.

00:04:15: Wenn ihr jetzt rauskommt, du nutzt es grad viel und die gehts grade schlecht Ob dieser wenn es diesen Sammeln gibt in welche Richtung der beeinflusst wird.

00:04:26: das heißt was wir eigentlich brauchen ist ein Lenkschnitt.

00:04:29: Das heißt Wir laden dich zu dieser Studie nicht einmal ein sondern zweimal oder vielleicht sogar drei oder vier mal Und das idealerweise jetzt nicht über eine Woche Sondern über längeren Zeitraum.

00:04:43: oder wir arbeiten experimentell, um sowas zu untersuchen.

00:04:45: Aber diese reihenquerschnittlichen Studien sind da nicht so richtig hilfreich, um jetzt diese Wirkrichtung zwischen den Variablen herauszuarbeiten.

00:04:55: Das heißt eine längste Studie kann abbilden wie ich mich im Verlauf von mehreren Monaten oder vielleicht sogar mehrere Jahren entwickele?

00:05:04: Oder wie sich meine psychische Gesundheit, mein Verhalten entwickelt und Deswegen kann man in Längschnittstudien auch besser beurteilen, ob erst das eine zum Beispiel die hohe Social Media Nutzung oder erst das andere

00:05:18: z.B.,

00:05:18: die depressive Verstimmung da war?

00:05:21: Ja, man würde natürlich zu jedem dieser Zeitpunkte immer beide Variablen erfassen wollen.

00:05:25: also jedes Mal fragt man nach deiner Social Media-Nutzung und jedes mal zum Beispiel nach deiler Befindlichkeit aktuell.

00:05:32: Und dann könnte es ja sein dass zum Zeitpunkt eins die Social Media Nutzung total hoch ist Und zum Zeitpunkt zwei ist die Social Media Nutzung nochmal hochgegangen und dann zeitgleich auch depressiven Verstimmungen hoch gegangen, dass man versucht irgendwie Muster zu entdecken.

00:05:49: Die eben Einblicke in einer Kausalität geben.

00:05:52: aber natürlich auch Langschnittstudien sind nicht perfekt und brauchen dann auch noch experimentelle Ansätze.

00:05:57: Aber zumindest der reine Querschnitt also alles einen Zeitpunkt zu erfassen Ist sicherlich ein Problem.

00:06:03: Es können doch einfach also in so Querschnitten Mit einem Messenzeitpunkt können auch einfach zufällige Zusammenhänge sein.

00:06:09: Genau, was total spannend ist es gibt nicht viele aber es gibt ein paar längschnittliche Studien und da hat man zum Beispiel in puncto zusammen depressive Verstimmungen und exzessive Social Media Nutzung beobachtet dass das scheinbar so ist dass eher die depressiven Verstimmung zu einer exzessiven Nutzungsführung als anders herum sondern sagen Warum denn?

00:06:36: Wenn es mir gerade schlecht geht, dann nutzen viele sozialen Medien so als Ventil.

00:06:41: Als Eskapismus.

00:06:42: Ich will den Alltag vergessen.

00:06:44: Mir geht's grad nicht gut und da lenkt man sich dort ab und dann lenkt Man sich immer häufiger dort ab Und dann entsteht er durch zum Beispiel ein suchtähnliches Verhalten.

00:06:53: Das heißt das ist nicht immer so wie man denken würde.

00:06:56: Ja klar die sozialen medien machen jetzt depressiv sondern wir sehen grade im kontext der eine Depressionsforschung, dass es scheinbar aufgrund von ersten Ergebnissen eher so ist.

00:07:08: Dass depressive Verstimmungen eher die suchtähnliche Nutzung begünstigen.

00:07:14: Und dieses Problem mit den fehlenden Längschnittstudien?

00:07:17: Ist das das Einzige was wir haben oder gibt's noch weitere Probleme in der Forschung?

00:07:22: Ja auch wenn das ein bisschen trocken viel zuschauen ist.

00:07:25: aber es gibt tatsächlich noch ein paar andere Themen und die möchte ich zumindest kurz erläutern.

00:07:30: Ein riesiges Messproblem, muss man sagen.

00:07:32: Wenn ich dich jetzt fragen würde ... Du saßst ja letzte Woche Mittwoch?

00:07:36: Wie lang hast du da die Sozialmedien genutzt?

00:07:39: Was würdest du da sagen?

00:07:42: Weiß ich nicht mehr!

00:07:45: So geht's im meisten.

00:07:46: Die haben dann irgendwie ... Boah, weiß ich nicht.

00:07:49: Da gibt es irgendeine Hausnummer?

00:07:51: und dann hab' ich nach den sozialen Medien gefragt.

00:07:53: Vielleicht wär's wichtiger zu fragen wie viel auf TikTok, Instagram oder LinkedIn auf ResearchGate.

00:07:59: Das macht auch noch mal einen Unterschied.

00:08:01: Und dann macht es auch einen Unterschied, ob ich nach Stundenfrage oder nach Symptomenfrage die vielleicht eine suchtähnliche Nutzung darstellen wie Kontrollverlust.

00:08:10: Wie ich mache weiter mit meinem Verhalten obwohl's schlecht an dem Tag war und das ist nochmal ne ganz andere Art der Fragestellungen.

00:08:18: wir sind so ein bisschen dazu hingegangen Dass wir sagen ja der Selbstbericht ist das eine, wir wollen idealerweise in unserer Forschung das ganze durch sogenannte Mobile Sensing Daten ergänzen.

00:08:34: Das sind also echt getrackte Daten auf dem Telefon.

00:08:37: Also dass die Leute zum Beispiel uns eine Datenspende machen von ihrem Screenshot mit der Bildschirmzeit drauf oder dass wir direkt eine App entwickeln, die dann das Verhalten auf dem telefon abbildet so dass wir von diesem Subjektiven rausgehen und wirklich gucken können, wie war die tatsächliche Nutzung?

00:08:55: Und schummeln

00:08:55: kann man dann auch nicht mehr.

00:08:56: Dann kann man nicht schummelt und wir sehen tatsächlich also wenn man diese gelockten Daten, diese aufgezeichneten Daten vergleicht mit den selbstberichteten Daten das je logischerweise auseinander gehen und die Messgenauigkeit ist natürlich wichtig in dem Bereich.

00:09:11: Das heißt wir müssen dann genauer hingucken und wir müssen uns dann auch vielmehr die Frage stellen naja was ist denn das eigentlich für eine formende Nutzungen?

00:09:21: Welche Plattform ist das?

00:09:22: Und dann geht es ja eigentlich noch darüber hinaus, nämlich dass man auch nochmal die Frage stellen kann.

00:09:27: Ist das jetzt zum Beispiel eine aktive Form der Social Media Nutzung also dass ich mich mit jemandem austauschen möchte und vielleicht mal im Grundbedürfnis nach sozialen Interaktionen nachgehen?

00:09:38: oder ist es so ein passives Briezen lassen.

00:09:41: Ich komme irgendwie in einen sozialen Aufwärtsvergleich rein, dass ich mir denke, die anderen tolles Leben, die wie sie es woanders immer grüner, den geht zu allen besser und ich mein armes Leben hier... Und das kann dann natürlich zur Folge haben, dass mir dann schlechter geht weil ich mich dadurch immer kleiner mache und denke dem anderen geht's eigentlich viel besser.

00:10:05: Es klingt ein bisschen so, als wenn da noch ganz viele blinde Flecken sind in der Forschung.

00:10:10: Gibt es denn überhaupt irgendwas ... wo wir sagen können ja, da haben wir auf jeden Fall einen Ergebnis?

00:10:17: Das können wir sicher sagen!

00:10:18: Ja also was ich sage von diesen ganzen Störungsbildern die ich eben genannt habe oder psychiatrischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen, Angsterkrankungen, Erststörung würde ich sagen ist zu dem Bereich der Zusammenhang mit den mit Körperunzufriedenheit und Essstörung schon ganz gut dokumentiert.

00:10:38: Und dass man, glaube ich, schon mit einiger Vorsicht sagen kann, dass gerade die jungen Weiblichen Nutzenden der Plattform das sie dadurch beeinträchtig werden können, also Körper uns zufriedener zu werden wenn man die ganze Zeit irgendwie mit geschönten Bildmaterial konfrontiert wird.

00:11:00: Und das kann dann im Extremfall vielleicht auch eine Erstörung begünstigen.

00:11:05: wobei mir eins ganz wichtig ist zu sagen und da reden wir jetzt über Forschung die es nicht irgendwie fünf Jahre als sondern Forschungen die sich über viele viele Jahrzehnte in der Psychiatrie um Psychologie herausgeerkristallisiert hat Wenn wir grundsätzlich über mentale Gesundheit sprechen, wenn wir über psychiatrische Erkrankungen sprechen, dann wissen wir dass das Störungsbilder sind diesen Komplex.

00:11:31: Das heißt da gibt es nicht nur den Einfaktor der das beeinflusst.

00:11:34: also wir wissen erst mal aus der Zwillingsforschung, dass Genetik und Umwelt beides variablen sind.

00:11:42: Das heisst genetische Komponenten sagen viele.

00:11:45: aber wie kann denn jetzt irgendwie Social Media Nutzung, irgendwas Genetisches haben oder eine exzessive Nutzungen.

00:11:54: Das muss man so verstehen dass das wahrscheinlich genetische Cluster sind die was mit Selbstregulation zu tun haben.

00:12:00: Das heißt es sind Vulnerabilitätsfaktoren also Faktoren die jemand anfälliger machen die dann zum Beispiel etwas damit zu tun hat Dass ich eher eine Person bin die ein bisschen weniger gewissenhaft ist oder mal ein Problem hat, eher von Dingen die Finger zu lassen.

00:12:16: Man sagt ja auch so der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

00:12:18: das heißt ich bin vielleicht meinen Eltern auch wenn ich das vielleicht nicht will unbedingt äh ähnlicher als mir das lieb ist und ich übernehme dann vielleicht auch obwohl ich das gar nicht so merke unbewusst irgendwie Ähm so verhaltensweisen beziehungsweise ähm werde damit schon auf die Welt gebracht äh ähnliche Veranlagungen einfach zu haben.

00:12:37: Bei

00:12:38: beides, genau was du gesagt hast also das eine ist natürlich dass die Faltensgenetik, dass man natürlich von Mama und Papa eben auch Genetik mit verabbekommt, die sich dann in diesen Verhaltensmustern widerspiegeln kann.

00:12:49: und dann spielt soziales Lernen eine große Rolle.

00:12:52: Also gerade wenn wir auch über Technologie Nutzung sprechen heutzutage Auch bei den sozialen Medien wenn wir Jugendliche sprechen die machen natürlich das Verhalten der Eltern häufig nach.

00:13:00: Das heißt das ist ein Faktor, welche Rollenmodelle habe ich?

00:13:03: Was mache meine Piers Freunde, da natürlich spielt immer eine Rolle bei psychiatrischen Erkrankungen nicht eigene Stress erleben was ich habe.

00:13:13: Die Persönlichkeit Struktur und nicht erwähnen das alles weil diese ganzen Faktoren die muss man jetzt in einem großen Konzert sehen die dann mit der Technologien Nutzung hier die Sozialmedien interagieren und es wird dann Schuhe daraus zu verstehen.

00:13:31: Ich mache mir trotzdem eine vereinfachte Rechnung auf und sage, wenn eine Person wenig dazu neigt eher wenig gewissenhaft zu sein.

00:13:40: Wenn die Person eher stressanfällig ist, wenn die Person dann auch tatsächlich eine Menge Stress erlebt und keine guten Vorbilder hat im Alltag Und dann werden sie vielleicht vulnerabler für das Design der Plattform und werden anfangen eben versuchen ihren Alltag zu vergessen, indem die auf die Plattformen draufgehen.

00:13:59: Und sind dann besonders anfällig irgendwann natürlich auch... ...die negativen Schattenseiten der Sozialmedien zu erfahren weil sie eben sehr viel Zeit darauf verbringen etc.

00:14:09: Da sieht man Dann kommen wir einem Verständnis näher und dann müssen wir genau natürlich die Motivlage berücksichtigen.

00:14:16: schauen sich die Leute jetzt da Katzenvideos an um sich unterhalten zu lassen?

00:14:20: Oder ist das ein Grundbedürftnis, um mich sozial auszutauschen?

00:14:23: Ist das eine aktive Passive Form der Nutzung.

00:14:27: Das heißt, um es jetzt immer runter zu kochen diese einfache Annahme, dass man einfach sagt okay du nutzt die sozialen Medien viel und dann wird eine Person depressiv.

00:14:40: Es sind viele, viele Faktoren, die wir hier berücksichtigen müssen und viele Zusammenhänge, die Wir sehen, sind dann tatsächlich korollativer Natur.

00:14:49: Wir können momentan gar nicht abschätzen, in welche Richtung die Causality geht.

00:14:54: Das heißt so Leute, die in irgendwelchen Talkshows sitzen und plackertief raushauen, Social Media macht süchtig oder Medien machen depressiv?

00:15:03: Oder dies das?

00:15:05: Das ist eigentlich so ein total ... So ein Tunnelblick!

00:15:09: Die gucken wir überhaupt nicht nach links und rechts was mit den Leuten sonst noch so los ist sondern eigentlich ist es ja nur dann so einen Schlechtmachen von diesem einen einen Dingen, obwohl wir gar nicht genau nachweisen können das allein dieses Medium jetzt für irgendwas verantwortlich ist.

00:15:27: Ja, wobei ich glaube wir müssen ein bisschen aufpassen hier weil da kann natürlich auch schnell das Narrative irgendwie entstehen.

00:15:33: ja die sozialen Medien sind alle harmlos und die Industrie die ist überhaupt nicht verantwortlicht dass es natürlich Unfug.

00:15:38: also wir müssen erstmal festhalten auch wenn wir den Suchtbegriff mit Vorsichtigkeiten nur nutzen wollen aktuell dass die Industrie zweifels ohne Produkte gebaut hat, die darauf abziehen, online Zeiten zu verlängern.

00:15:50: Das heißt sie nimmt in Kauf das diese Zeiten weg sind für andere zum Beispiel wichtige Entwicklungsaufgaben, die junge Menschen vielleicht zu erledigen haben.

00:15:59: und das per se finde ich schon mal etwas wo man sehr wohl auf der Industrie zeigen soll dann sagt ne wir brauchen eine andere Plattform.

00:16:06: wenn wir aber natürlich trotzdem über diese komplexen Störungsbilder sprechen, dann muss man immer berücksichtigen.

00:16:15: Dass die ganze Sachlage eben auf viele Faktoren zurückzuführen ist.

00:16:19: damit soll die Industrie nicht entschuldigt werden aber wir wollen natürlich der Komplexität eben tatsächlich auch Sorge tragen.

00:16:26: und ich glaube eins ist auch noch wichtig weil dann häufig ja mal so die frage kommen naja wie viel stunden ist denn okay?

00:16:31: Ja!

00:16:32: Und das lässt sich eigentlich nicht richtig beantworten.

00:16:35: Wir wissen aus Metanalysen.

00:16:36: also nochmal das sind Studien Die Evidenz von vielen Studien zusammenfassen.

00:16:41: statistisch, wo man dann zum Beispiel nur wissen wollte gibt es jetzt einen Zusammenhang zwischen der Nutzungsdauer der sozialen Medien und der berichteten Lebenszufriedenheit.

00:16:53: Dass die Zusammenhänge fast im Nullbereich sind.

00:16:56: So warum ist das so?

00:16:59: Da gibt meines Erachtens geben der Studien Aufschluss.

00:17:02: eine interessante Arbeit aus Hollandvaters gefragt, immer direkt nach der Social Media Nutzung mit so einem Verfahren.

00:17:11: Also wenn die Leute gerade am Telefon waren und wir sind dann von der Plattform runtergegangen wie geht's denn direkt danach?

00:17:16: So da hat man gesehen eine Studie sehr vereinfacht gesagt dass eben einigen Leuten geht es besser nach der Nutzungen, anderen geht es schlechter.

00:17:23: bei vielen macht gar nichts.

00:17:25: Wenn man so unterschiedliche Antworten darauf hat was die Sozialmedien mit allen machen und untersucht jetzt alle zusammen Ja, dann rechnet sich diese Effekte natürlich gegenseitig raus.

00:17:36: Man hat gar keinen Zusammenhang mehr.

00:17:38: Das heißt wir haben hier stark differenzielle Effekten sehr unterschiedliche Antworten auf die sozialen Medien und das hängt eben mit diesen ganzen Faktoren zusammen, die ich eben genannt habe.

00:17:49: Sehr individuell!

00:17:50: Wir schauen uns das in einer späteren Folge auch nochmal genauer an.

00:17:55: Jetzt hast du eben gesagt, dass einzige fällt wo wir eigentlich so wirklich... eine Richtung erkennen können, ist Körperzufriedenheit und Essstörung.

00:18:05: Hast du für den Bereich vielleicht einen Tipp für uns zur Selbsthilfe?

00:18:09: Wenn ich jetzt merke... Ich bin ne Person!

00:18:10: Ich verbringe da viel Zeit, ich folge vielleicht auch Fitness, Influencer innen mit ... Hier What I Eat In A Day.

00:18:19: Also was ich heute gegessen habe oder so was?

00:18:22: Was kann ich machen wenn ich merke das tut mir nicht gut!

00:18:24: Das macht irgendwas mit mir und der Wahrnehmung meines Körpers.

00:18:29: Was kann Ich da

00:18:30: machen?!

00:18:31: Ja zunächst auch bei Störung muss man sagen es gibt natürlich viele Faktoren die eine Rolle spielen aber wir gehen schon davon aus dass die Körper uns zufrieden halt befeuert werden kann.

00:18:39: Und ich sag nochmal warum ist das auch direkt auch ne Intervention?

00:18:42: Das war noch zu meiner Ulmer Zeit, dort haben wir eine Studie gemacht wo wir die Studienteilnehmern gebeten haben.

00:18:49: Die Bildgebenden Plattform also sowas wie Instagram auch Videoplattform wie TikTok mal vom Telefon zu verbannen.

00:18:58: und wir haben bereits gesehen nach zwei Wochen bei gerade den weiblichen Teilnehmerinnen der Studie dass Körper und Zufriedenheit gesunken ist bereits nach zwei Wochen, ohne dass man die Apps auf dem Telefon hat.

00:19:10: Also Unzufriedenkeit gesunken heißt ich war dann zufriedener mit meinem eigenen Körper?

00:19:15: Genau das haben wir gesehen und das impliziert natürlich hier diese ständige Bombardierung mit bestimmten Bildmaterial in den Köpfen weiterarbeitet und von daher wäre natürlich eine Logik dahinter drüber nachzudenken ob die Exposition, also dass ich diesen Bild dann ausgesetzt werde ob das nicht in einer gewissen Form reduziert werden kann.

00:19:43: Und dann kann man sicherlich auch wieder drüber nachdenken A muss sich all diese Kanäle den ich dort folge tatsächlich folgen.

00:19:50: wenn ich das tue krieg' ich mehr von dem Bildmaterial.

00:19:53: das heißt ich könnte wieder auf der Plattform natürlich was ändern damit sich meine Personalisierung dadurch auch ändert.

00:20:00: Das andere ist natürlich die Ebene da drüber.

00:20:03: Also man sagt, okay ich gebe ein bisschen radikaler damit oben und ich will einfach die ständige Verfügbarkeit weg haben.

00:20:09: Ich habe es gar nicht mehr auf dem Telefon, nutzt dann die Plattform vielleicht aber von der Dosis ein bisschen gesünder indem ich sie dann einfach vom Laptop checke.

00:20:17: Okay also weniger Fitness mehr Katzenvideos.

00:20:21: Danke für den Tipp.

00:20:22: Wenn ihr da draußen mehr Tipps zur Selbsthilfe haben wollt, dann schaut doch mal auf unserer Website vorbei www.webcare.plus.

00:20:29: Dort gibt es zufällig auch zwei Blogartikel zum Thema Essstörungen und Social Media Und außerdem auch allerlei Angebote zur professionellen Unterstützung.

00:20:40: falls ihr alleine mit den Selbsthilftippen nicht weiter kommt wenn Ihr Fragen an Christian habt Dann kommt in unser Webinar am fünften Elften zwanzig sechsundzwanzig um fünfzehn Uhr.

00:20:52: Dort wird er euch rede und antwort stehen Und wenn ihr heute in der Folge irgendwas gehört habt, wo ihr denkt, das sollte jemand im Umkreis unbedingt sich mal anhören oder ansehen.

00:21:03: Dann teilt die Folge gerne mit der Person, lasst eine gute Bewertung da und abonniert unseren Podcast damit ihr den nächsten Folge nicht verpasst.

00:21:11: Denn nächste Woche beschäftigen wir uns mit dem Phänomen des Brainrods.

00:21:16: Also verrottet unser Gehirn wirklich?

00:21:18: Weil wir zu viel Zeit auf Social Media verbringen!

00:21:21: Bin jetzt schon gespannt was du uns erzählen wirst Christian.

00:21:24: Bis

00:21:25: nächste Woche.

00:21:26: Ciao!