Social-Media-Sucht verstehen: Gibt es Social-Media-Sucht überhaupt? (S03E04)
Shownotes
Über was reden wir hier eigentlich? Können wir nach sozialen Medien wirklich süchtig sein? Und falls ja, was macht eine Social-Media-Sucht aus? Das erklärt uns Psychologe und Hirnforscher Prof. Dr. Christian Montag. Wir sprechen über das Suchtrahmenwerk und warum die suchtartige Nutzung sozialer Netzwerke noch nicht in die Diagnose-Handbücher DSM-5 und ICD-11 aufgenommen wurde. Am Ende der Folge gibt es natürlich wie immer einen Tipp zur Selbsthilfe. „Social-Media-Sucht verstehen“ ist eine Podcast-Staffel der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., gefördert durch die Techniker Krankenkasse in Hessen.
Infos + Tipps zur Selbsthilfe: https://webcare.plus Transkripte zum Podcast: https://webcare.plus/podcast-mediensucht-verstehen Online-Veranstaltung am 5.11.2026: https://webcare.plus/service/webinare/social-media-sucht-verstehen-webinar-mit-prof-dr-christian-montag Online-Suchtberatung: https://www.suchtberatung.digital/?mtm_campaign=webcare-Podcast&mtm_placement=YT-Shownotes
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Hessische Landesstelle für Suchtfragen: https://www.hls-online.org Christian Montag: https://christianmontag.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Wir wollen Social Media Sucht verstehen.
00:00:03: Aber gibt es Social Media-Sucht überhaupt?
00:00:05: Die Antwort wird dich überraschen!
00:00:08: Soziale Medien machen abhängig, depressiv und sind gefährlich
00:00:11: – für
00:00:12: Kinder und Jugendliche gehören sie verboten.
00:00:15: Zumindest wird das aktuell heiß diskutiert….
00:00:18: aber was davon stimmt
00:00:20: wirklich?!
00:00:20: Wir stellen gängige Social-Media-Mythen auf den Prüfstand mit Wissenschaft statt Fake News.
00:00:28: Herzlich willkommen zu Social Media Suchtvorstehen.
00:00:32: Der dritten Staffel von Mediensuchtvorstehnen, ein Podcast der hessischen Landesstelle für Suchtfragen gefördert durch die Technikerkrankenkasse in Hessen.
00:00:40: Mein Name ist Saskia Rösner und mit mir im Studio ist wieder Christian Montha.
00:00:44: Hallo Christian!
00:00:47: Nachdem wir uns jetzt angeguckt haben, warum Social Media Plattform eigentlich wollen.
00:00:52: Dass wir so viel Zeit mit ihnen verbringen und wie sie versuchen das zu bewerkstelligen mit ihren Design-Elementen stellen wir uns heute die alles entscheidende Frage.
00:01:01: Christian gibt es Social Media Sucht überhaupt?
00:01:04: Ja, das ist eine große Frage und viele werden verwundert sein dass wir die frage überhaupt stellen weil viele wahrscheinlich denken Das ist doch anerkannt oder Und tatsächlich nicht anerkannt momentan.
00:01:16: Wir haben ein Störungsbild, was dem ähnlich kommt oder kommen könnte die Computerspielabhängigkeit oder wir sagen im Englischen Die Gaming Disorder, die aus der WHO von der Weltgesundheitsbehörde dann ratifiziert worden ist.
00:01:34: Das heißt da hat man gesagt ja hier haben wir einen Thema.
00:01:37: das wollen wir jetzt anerkennen offiziell Bei den sozialen Medien, da streiten sich die Gelehrten-Gelehrtinnen.
00:01:45: Wie es denn da tatsächlich aussieht?
00:01:48: Oh je!
00:01:49: Falls ihr euch für die Gaming-Disorder interessiert dann schaut doch nochmal in unsere letzte Staffel rein.
00:01:54: Da ist das nämlich Schwerpunkt gewesen.
00:01:56: Aber heute wollen wir hier mit der Social Media Sucht oder der vermeintlichen Social Media sucht weitermachen.
00:02:04: Warum ist es denn nicht anerkannt, Christian?
00:02:06: Also was braucht es damit die Weltgesundheitsorganisation ein etwas als Krankheit anerkennt.
00:02:14: Ja da müssen mehrere Dinge erfüllt sein und bevor wir über die einzelnen Bereiche sprechen möchte ich auch kurz erläutern warum das wichtig ist dass wir da einen wenig Vorsicht walten lassen.
00:02:26: Für mich ist es eine Maxime als Forscher natürlich zu sagen, ich will keine Alltagshandlung pathologisieren.
00:02:32: Ich will ja nicht Leuten irgendwie Themen andichten die sie nicht haben.
00:02:37: und auch wenn ich weiß dass der Suchtbegriff so irgendwie im Alltag sehr häufig mal Lapidar verwendet wird wollen wir doch nicht vergessen das ne sucht etwas ist was wirklich Patienten-Patientinnen stark belastet und ich nur von einer Sucht sprechen möchte, wenn wir entsprechend auch etwas haben was so exzessiv ist.
00:02:58: So problematisch dass es eben tatsächlich Menschen aus der Bahn wirft.
00:03:04: Und diese Aufgabe hat die Weltgesundheitsbehörde natürlich auch zu belegen.
00:03:09: Haben wir ja eigentlich nun eine Alltagshandlung Wo viele leute vielleicht ein bisschen zu viel online sind oder ist es
00:03:16: vielleicht doch eine generationen
00:03:17: frage exakt
00:03:18: alle und opis oder mamas und pappers da draußen über die jungen leute schimpfen die ja nur noch am handy hängen
00:03:27: So dass das natürlich irgendwie ein paar Dinge erfüllt werden müssen, Hausaufgaben gemacht werden müssen um dann zu sagen okay wir sprechen hier über eine Psychopathologie.
00:03:39: Also
00:03:40: eine
00:03:41: psychische Erkrankung und vielleicht sogar in dem Rahmen über eine Sucht oder was anderes?
00:03:47: Und wie sehen diese Hausaufnahmen aus?
00:03:49: Ja die erste Hausaufgarbe die natürlich gemacht werden muss ist erstmal zu belegen passt das Suchtrahmenwerk gut?
00:03:55: Was ist
00:03:55: das?
00:03:56: Das heißt, dass man sagt naja ist das Verhalten also das exzessive Verhalten der Nutzenen wenn es bei manchen beobachtet wird.
00:04:03: Wird das durch eine Sucht tatsächlich besonders gut abgedeckt oder ist nicht was anderes?
00:04:08: Vielleicht ist das ein zwanghaftes Verhalten oder is'n Ausdruck von einer Depression zum Beispiel das Leute sehr viel Zeit irgendwie auf dem Plattform verbringen
00:04:17: Also nur einen Symptom einer eigentlich anderen Erkrankung?
00:04:20: Genau!
00:04:20: Das könnte's ja auch sein.
00:04:22: und sodass man sich die Frage stellt naja ... greift das Suchtrahmenwerk denn gut.
00:04:28: Und von einer Sucht würde man sprechen, wenn man jetzt eins zu eins eben Symptome aus der Substanz gebunden Formen der Suchte... also zum Beispiel Alkoholismus.
00:04:38: Wir sagen englischen Alkohl-Ustisorder, wir sagen jetzt Alkolnutzungsstörung ist alles ein bisschen komplexer.
00:04:45: Aber sagen wir Alkholismus können sich die Frage stellen kann ich die Symptom Das Alkoholismus einfach eins zu eins übertragen.
00:04:55: Das heißt, es gibt da so eine Checkliste und ich gucke,
00:04:56: passt
00:04:57: die auch für Social Media?
00:04:58: Und
00:04:58: dann würde ich sagen, Alkohl wird jetzt gestrichen wenn wir packen Social Media als berifreien.
00:05:03: So.
00:05:03: und dann würde man sagen ja Toleranzentwicklung also beim Alkoliker ist der muss immer mehr trinken um irgendwie dann nochmal das Gleiche zu spüren überhaupt dass man sagt ah das entspannt mich jetzt oder so Entzugserscheinung Ich bin jetzt also gar nicht mehr Ich trinke jetzt nicht mehr und dann denke ich auf einmal, oh, ich werde aber ganz nervös.
00:05:27: Und ich muss jetzt aber unbedingt was trinken damit es mir wieder gut geht.
00:05:31: Sondern würde man sich die Frage stellen kann ich das eins zu eins auf die sozialen Medien übertragen?
00:05:38: Ja und jetzt die Frage kann ich tatsächlich sowas wie Toleranzentwicklung oder Entzugserscheinung eins zu eines auf dieses exzessive Social Media Verhalten übertragen?
00:05:47: und da sagen so aktuell Studien
00:05:50: Die Frage gab es auch schon bei der Computerspielstörung.
00:05:55: Und ich kann mich erinnern, dass in den US-amerikanischen Diagnosekriterien im DSM V da stehen Entzugserscheinungen und Toleranzentwicklung drinne ICD-Elf, also in dem weltweiten Diagnose Handbuch.
00:06:12: Dass wir auch hier in Deutschland
00:06:13: benutzen?
00:06:13: Von der WHO von der Weltgesundheitsbehörde genau!
00:06:15: Da stehen diese beiden Kriterien nicht drin.
00:06:18: Und ich halte das auch für richtig und zwar warum?
00:06:20: weil um die Brücke jetzt wieder zu den sozialen Medien zu schlagen gibt es neue Arbeiten die geguckt haben wie jetzt diese unterschiedlichen klassischen Suchtsymptome.
00:06:34: Zum Beispiel auf anerkannte Psychopathologien, also psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankung, somatische Störungen oder andere Dinge wie die ja mit im Zusammenhang stehen.
00:06:46: Interessanterweise hat man in neuen Arbeiten gesehen das ist gerade so was wie Toleranzentwicklung zum Beispiel überhaupt nicht im Zusammenhang steht mit zum Beispiel starken negativen Effekt, also z.B.
00:07:00: depressiven Verstimmungen.
00:07:01: Also starker negativer Effekt heißt einfach sehr starke negative Gefühle?
00:07:05: Genau exakt.
00:07:07: und dann haben sich die Forscher so die Frage gestellt ja aber wenn wir jetzt einen Social Media Suchtfragebogen haben also wo jetzt einfach die ganzen Kriterien vom Alkoholismus oder von anderen Substanzen womit man abhängig davon sein kann jetzt ein zu eins überträgt Da hat man das drin und die Leute beantworten irgendwelche Fragen, haben dann hohen Wert.
00:07:27: Wir wissen aber eigentlich ist das wahrscheinlich gar nicht so ein Kriterium was funktioniert.
00:07:31: Dann sieht man natürlich die Werte in so einer Skala total hoch Und mit anderen Worten würden wir genau dahin kommen dass wir vielleicht Alltagshandlung pathologisieren.
00:07:42: Ähnlich ist, hat man übrigens auch bei der Computerspielstörung gesehen.
00:07:46: Da gibt es ein paar von diesen Kriterien aus der klassischen Suchtforschung, die wir möglicherweise gar nicht so gut übertragen können.
00:07:54: Das heißt das ist momentan natürlich eine große Forschungsfrage.
00:07:59: Können wir also einfach nur dieses Rahmenwerk aus der Sucht-Forschung einfach eins zu eins übernehmen?
00:08:05: So und das ist eine große Fragestellung passt was anders besser oder müssen wir es modifizieren.
00:08:10: Das Zweite ist, was tatsächlich auch nach wie vor stark diskutiert wird jenseits der Frage, wie diagnostiziere ich das eigentlich richtig?
00:08:20: Also ab wann sprecht denn möglicherweise von der Sucht oder von einem problematischen Social Media Nutzungsverhalten?
00:08:27: Ist dass wenn wir von einer Sucht sprechen wollen eine ganz gute Vorstellung davon haben, was hier oben bei uns im Gehirn passiert.
00:08:34: Da kommst du jetzt genau du in Spiel als hier ein Forscher!
00:08:38: Ja und da gibt es so ein Experiment, das heißt Cure Activity Experiment.
00:08:47: Also übersetzt heißt dass wir arbeiten mit einem Hinweisreiz den wir den Patienten zeigen oder Leute die betroffen sind Und diese Hinweisreize zeigen wir auch Kontrollpersonen, zum Beispiel während sie eben im Hörnscanner liegen.
00:09:01: Was sind das für Hinweis-Reize?
00:09:03: Beim Alkoholiker wäre das logischerweise ein Glas Bier oder eine Flasche Wodka und bei einem Nikotin abhängigen wäre es die Zigarette.
00:09:13: Bei einem Social Media abhängigen Anführungsstrichen wäre das dann zum Beispiel ein Eiken von Facebook oder Instagram.
00:09:21: Oder dass man sein eigenes Profil sieht, oder einen Like Button und da würde man jetzt natürlich erwarten... Also wir wissen es aus der Suchtforschung, dass bei einem solchen Hinweisreiz, den mit der eigenen Drogenanführungsstrichen assoziiert ist das Belohnungssystem des Gehirns sehr stark angesprochen wird und zeigt gleich haben wir in unserem Gehirn dem präfrontalen Cortex.
00:09:47: Das ist das Hirnareal was jetzt eigentlich dieses starke Verlangen, was dann ausgelöst wird runter regulieren kann.
00:09:55: Und bei Suchterkrankungen sehen wir, dass das häufig zusammenbricht.
00:09:58: dieses Top-Down System Das Verlangen ist so stark, zeigt gleich klappt diese Top-Down Kontrolle nicht mehr.
00:10:05: Dieses mentale, wenn Sozialmedien und Smartphones auf den Finger klopfen sagen Ne ich muss jetzt die Hausaufgaben machen Ich check das jetzt nicht, ich bringe das Gerät raus, dass wäre jetzt diese Top Down Kontrolle, die ja noch funktioniert.
00:10:18: Und dann kommt zum eskalierenden Verhalten.
00:10:21: So und das kann ich natürlich auch neurobiologisch abbilden Da sind wir aber noch nicht soweit zu verstehen ob genau diese Mechanismen genauso gut greifen.
00:10:28: Wir haben einfach Obwohl die sozialen Medien jetzt, wenn man sagt wir sind bei zwei tausend vier Facebook Gründung und wir sind jetzt irgendwie zwanzig Jahre später haben.
00:10:37: Wir einfach sehr wenig neurobiologische Studien, die uns helfen könnten.
00:10:43: Die Frage zu beantworten ist das sehr klar ein Suchtmechanismus bei einer exzessiven Nutzung oder ist etwas anderes?
00:10:50: Und dann haben wir noch einen dritten Bereich, den wir barkern müssen um zu verstehen Ist es nur so was anderes oder vielleicht gar nichts, was wir zu ernst nehmen müssen.
00:10:59: Und was ist das?
00:11:01: Ja, da geht es im Bereich der vor allen Dingen von meinen Kollegen und Kolleginnen natürlich beackert wird.
00:11:07: Nämlich der in die psychologische Psychotherapie reingeht und die Frage stellt naja tauchen dort eigentlich in der Praxis der Medienabhängigkeitskliniken Tauchen dort tatsächlich Leute auf sie sagen hey ich bin so schmiedeabhängiger behandeln mich bitte große Experte.
00:11:28: verbinden weiß ich es aber von vielen meiner Kollegen, dass wir vor allen Dingen die Gaming-Disorder haben also Computerspielstörungen die dort aufläuft.
00:11:36: Wir haben auch zunehmend mehr Leute die mit Pornografie ein Problem haben, exzive Nutzung was natürlich dann auch gerade in Beziehungsgefüge große Probleme mit sich bringen kann.
00:11:47: und dann muss man sagen bei den sozialen Medien haben wir häufig so ein bisschen das Problem die exzessive Nutzung natürlich auch eben mit anderen Dingen zusammenstehen kann.
00:11:58: Denken wir mal über Twitch nach, ja?
00:11:59: Also eine Social Media Plattform wurde zum Beispiel Gaming für viele sehr starkem Vordergrund steht.
00:12:05: Dann weiß man gar nicht so sehr ist das jetzt hat das eher was mit einer Gaming-Disorder teilweise zu tun?
00:12:10: oder ist das irgendwie... obwohl dann viele natürlich auch anderen beim Spielen zuschauen?
00:12:15: oder ist es jetzt irgendwie exzessives?
00:12:17: Social Media Nutzungen So ein bisschen ähnlich als das Problem, was wir aus der Gaming-Disorder mit dem pathologischen Glücksspiel kennen.
00:12:25: Wo dann diese Lootboxen verbaut sind in Computerspielen wo man dann eine Box hat im Spiel und sagt naja wenn ich jetzt irgendwie fünf Euro ausgebe ist eine Überraschung.
00:12:34: da drin sagen viele Da geht jetzt das Glückspiel Mit dem Computerspiel zusammen.
00:12:41: Also es ist schwer, da überhaupt noch so klare Grenzen zu ziehen.
00:12:45: Es ist überhaupt nicht leicht.
00:12:47: und dann sind natürlich auch bei vielen Menschen bestimmte Inhalte beim sozialen Medienvordergrund.
00:12:54: Wir wissen zum Beispiel gerade bei jungen Frauen die dann häufig super viele Fitness-Videos gucken sich für einen gesunden Lebensstil interessieren.
00:13:05: Häufig aber natürlich mit geschönten Körperdialen dort konfrontiert werden So dass dann auf einmal so ganz andere Themen im Vordergrund stehen bei der exzessiven Social Media Nutzung wie Körper und Zufriedenheit, Erstörungen.
00:13:21: Und da sieht man das wir gerade über die sozialen Medien sehr schnell einen großen bunten Strauß an Themen haben den zu backern gilt und die Suchtfrage gar nicht so einfach zu beantworten ist, wie man sich das vielleicht denken würde.
00:13:38: Also wenn ich das mal zusammenfasse Bei der Computerspielstörung sind wir schon weiter.
00:13:43: Ich mein, Computerspiele gibt es nun auch einfach schon viel länger?
00:13:46: Schon viele Jahrzehnte, mehr Forschung.
00:13:49: Scheinbar auch mehr Menschen, die damit ein Problem haben ... Wobei man Social Media-Ausucht leichter verstecken kann und ein Smartphone dabei hat, die Spielekonsole vielleicht nicht unbedingt.
00:13:59: Und bei Social Media und der Frage danach, gibt es eine Social Media Sucht oder nicht?
00:14:06: Wir sind auf dem Weg!
00:14:08: Aber es muss vieles geklärt werden.
00:14:09: Das Suchtrahmenwerk, die neurobiologischen... Also das was im Gehirn passiert und auch wie viele Menschen kommen überhaupt ins Hilfesystem zu Beratungsstellen, zu Therapeutenen?
00:14:20: Und solange wir das alles noch nicht gemacht haben können wir es noch nicht schwarz auf weiß abdrucken, weil wir sonst das Risiko eingehen, dass wir Alltagsverhalten als krankhaft abstempeln.
00:14:31: Ja und das hat ja auch eine gewaltige Tragweite ne?
00:14:34: Weil wenn so was eine offizielle medizinische Diagnose ist dann kann ich natürlich auch erwarten, dass ich zum Arzt oder Ärztin gehen kann und sage so, ich kriege jetzt eine Therapie bezahlt im Bereich also da ist ein hiesen Ratten-Schwanz hinter.
00:14:50: Ich glaube, wir tun gut daran dass wir uns diese Dinge genau anschauen und das heißt natürlich trotzdem nicht.
00:14:56: Wir wollen es ja hier auch nach jeder Folge machen, dass wir nicht gemeinsam nachdenken wie man eine gesündere Form der Nutzung kommen kann.
00:15:05: Dann erzähle uns doch mal wie man zu einer gesünderen Nutzungen korben kann.
00:15:10: hast du auch in dieser Folge wieder einen Tipp zur Selbsthilfe für uns!
00:15:14: Ja, bevor ich auf den Tipp zu sprechen komme vielleicht nochmal trotzdem... Das hat ja auch was mit den Tipps zu tun.
00:15:21: Vielleicht nochmal kurz ein Gedanke darüber woran man denn wenn es eine Sucht wäre woran die erkennen könnte.
00:15:28: und da wird momentan diskutiert ob wir tatsächlich das klassische Rahmenwerk der Gaming Disorder wo man ja nicht einfach eins zu einzelne Dinge aus dem substanzgebunden Formen der Suchtbereiche übernommen hat, ob man das auf die sozialen Medien exzessiven Konsum übertragen kann.
00:15:43: Das wäre dann Priorisierung.
00:15:45: also mein ganzer Alltag tritt sich im sozialen Medien und zentrale Lebensaufgaben geraten Hintergrund.
00:15:51: den gehe ich nicht mehr nach.
00:15:54: Ich mache weiter, obwohl es schon zu ersten Einschlägen kommt.
00:15:56: Also wir stellen uns vor jemand bleibt bis tiefe Nacht irgendwie im Feed und verschlefft morgens die wichtige Klausur was lernt er so sie daraus?
00:16:03: nix macht einfach weiter mit dem Verhalten.
00:16:06: dann haben wir ja natürlich einen weiteren Bereich der wichtig ist nämlich Kontrollverlust.
00:16:14: ich will eigentlich reduzieren und mir gelingt das persönlich vielleicht nicht mehr.
00:16:17: dass wäre auch ein Indiz.
00:16:19: All, eins die Symptome reicht nicht aus.
00:16:21: Die müssten alle erfüllt werden.
00:16:23: und dann, ich glaube das Wichtigste, dass hat auch ein bisschen mit dieser Unbelehrbarkeit zu tun, die ich eben gesagt habe Das Verhalten muss so exzessiv sein, dass es echt was macht.
00:16:32: also da zerbricht etwas im Alltag.
00:16:33: Wir wollen ja keiner, wie gesagt, Alltagshandlung pathologisieren.
00:16:38: So wenn wir dann über eine gesundere Form der Nutzung sprechen Dann glaube ich geht's darum, dass wir um auch diesem Kontrollverlust zum Beispiel was entgegenzusetzen, dass wir unseren Alltag besser strukturieren müssen.
00:16:50: Wie gelingt das?
00:16:51: Naja die Industrie versucht ja uns in jeder freien Minute auf die Plattform drauf zu bringen.
00:16:57: Wie kann ich das ändern?
00:16:59: Ich kann natürlich Änderungen und Apps vornehmen aber ich kann noch etwas anderes machen um mein Alltag mehr zu strukturierend.
00:17:06: Ich kann eine Armbandurtragen euren klassischen Wecker haben.
00:17:10: Warum ist es möglicherweise gut?
00:17:12: Weil viele kennen das vielleicht.
00:17:14: Ich hab jetzt keine Ahnung, ich will aber die Uhrzeit wissen.
00:17:17: Ich zieh das Smartphone raus der Klassiker wie die Uhrzeitschecken und dann habe ich das Gerät in der Hand und denkst mal kurz beim sozialen Medien vorbeischauen.
00:17:25: Automatisches Verhalten.
00:17:26: Ich mach was, was ich eigentlich gar nicht machen wollte.
00:17:29: Ich fühle
00:17:29: mich ertappt!
00:17:30: Ja?
00:17:31: Und am zwanzig Minuten später stecke ich das gerät weg und weiß die Uhrzahl immer noch nicht.
00:17:37: Genau
00:17:37: das passiert mir so häufig...
00:17:39: Das heißt man darf nicht vergessen, ich meine eine klassische Armand-Uhr.
00:17:42: Wir haben das auch in einer neuen Studie von uns gesehen.
00:17:44: also wir reden nicht über das Smartwatch weil die
00:17:47: macht die Dinge nicht besser.
00:17:49: Tatsächlich klassischer Arm und Uhr wo jetzt keine Botschaften durchgesteckt werden können strukturiert den Alltag.
00:17:54: dann lasse ich das Gerät eher mal stecken und es hilft dann auch natürlich auch passend zu dem Gedanken den wir auch schonmal in einer letzten Folgen hatten nämlich dass wir gesagt haben naja ist mir doch gut das gerät nicht im Schlafzimmer zu haben, sondern zum Beispiel auf einen klassischen Wecker zu bauen.
00:18:10: Weil dann schaffe ich mir tatsächlich ein Raum wo ich da nicht so einfach auf das Gerät zugreifen kann und wieder was mache, was ich nicht machen wollte.
00:18:20: Das sind noch zwei super einfache Tipps leicht umzusetzen!
00:18:24: Ich glaube dass mit der Armbandur sollte ich mal ausprobieren.
00:18:27: Vielen Erfolg
00:18:28: damit.
00:18:30: Und wenn ihr da draußen noch mehr Tipps braucht zur Selbsthilfe, dann schaut doch mal auf unserer Website vorbei www.wabcare.plus.
00:18:38: Dort findet ihr außer Selbsthilftipps auch noch professionelle Hilfeangebote.
00:18:43: Wenn ihr alleine nicht weiterkommt Oder wenn ihr noch Fragen habt die ihr zum Beispiel an Christian stellen wollt Dann kommt in unser Webinar am fünften Elften, im Jahr und zwei Tausend sechsundzwanzig um fünfzehn Uhr.
00:18:55: Anmeldung funktioniert auch über die eben genannte Website.
00:18:59: Wenn euch die Folge gefallen hat, zum Beispiel weil ihr hier jemanden erkannt habt den ihr kennt und der sich das mal anhören sollte dann teilt die folge doch gerne mit der person lasst eine gute bewertung da und vergesst nicht dem podcast zu abonnieren damit ihr die nächste folge nicht verpasst.
00:19:18: wir haben uns heute die frage gestellt ob es social media sucht überhaupt gibt oder überhaupt schon.
00:19:25: Und natürlich wissen wir aber alle oder zumindest haben wir alle vielleicht so ein bisschen die Vermutung, dass es auch noch außerhalb der Sucht vielleicht zu den einen oder anderen Faktor gibt.
00:19:35: Der nicht ganz so gesund ist an Social Media.
00:19:38: Deswegen stellen wir uns nächste Woche die Frage ob Social Media uns krank macht und wenn ja wie?
00:19:44: Bis dahin ciao!