Social-Media-Sucht verstehen: Psycho-Tricks der Plattformen – Teil 2 (S03E03)
Shownotes
Warum bleiben wir so oft in sozialen Netzwerken kleben? Das erklärt uns Psychologe und Hirnforscher Prof. Dr. Christian Montag. Wir sprechen über Likes, Personalisierung, Endless Scrolling, KI-Chatbots und parasoziale Beziehungen. Am Ende der Folge gibt es natürlich wie immer einen Tipp zur Selbsthilfe. „Social-Media-Sucht verstehen“ ist eine Podcast-Staffel der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., gefördert durch die Techniker Krankenkasse in Hessen.
Infos + Tipps zur Selbsthilfe: https://webcare.plus Transkripte zum Podcast: https://webcare.plus/podcast-mediensucht-verstehen Online-Veranstaltung am 5.11.2026: https://webcare.plus/service/webinare/social-media-sucht-verstehen-webinar-mit-prof-dr-christian-montag Online-Suchtberatung: https://www.suchtberatung.digital/?mtm_campaign=webcare-Podcast&mtm_placement=YT-Shownotes
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Hessische Landesstelle für Suchtfragen: https://www.hls-online.org Christian Montag: https://christianmontag.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Aus fünfzehn Minuten Instagram werden plötzlich zwei Stunden.
00:00:04: Wieso passiert uns das immer wieder?
00:00:06: Das erklärt mir heute unser Experte Christian Montag.
00:00:09: Soziale Medien machen abhängig, depressiv und sind gefährlich!
00:00:13: Für Kinder und Jugendliche gehören sie verboten – zumindest wird das aktuell heiß diskutiert.
00:00:19: Aber was davon stimmt
00:00:21: wirklich?!
00:00:22: Wir stellen gängige Social-Media-Mythen auf den Prüfstand mit Wissenschaft statt Fake News.
00:00:29: Herzlich willkommen zu Social Media.
00:00:31: Sucht Verstehen, der dritten Staffel von Medien Sucht verstehen.
00:00:35: Eine Podcast der hessischen Landesstelle für Suchtfragen gefördert durch die Technikerkrankenkasse in Hessen!
00:00:41: Mein Name ist Saskia Rösner und mit mir heute hier im Studio ist wieder Christian Montag.
00:00:46: Hallo, Christian!
00:00:47: Hi, Saskia!
00:00:48: Wir haben letzte Folge schon damit begonnen uns Psychoträgs- und Designelemente anzugucken die uns auf die Plattform ziehen wollen auch wenn wir das vielleicht gerade selbst gar nicht wollen oder gar keine Zeit dafür haben.
00:01:01: Und Heute wollen wir weitermachen und uns die Designelemente angucken Die uns auf der Plattform halten.
00:01:08: Wenn wir erstmal da sind Welche gibt es denn da, Christian?
00:01:12: Ja tatsächlich gibt's jetzt eine Gruppe von Design-Elementen die darauf abzielen die Onlinezeiten zu verlängern.
00:01:21: Und ein Design-element das kennen wirklich jeder aber es lohnt sich das nochmal auch so ein bisschen historisch sich anzuschauen weil es so gewichtig ist.
00:01:30: für die Industrie ist natürlich der Like Button.
00:01:32: Da ist der Daumen hoch und ich Ich glaube das war so um, nagel mich nicht fest aber so im zwei tausend neun als der like button im hause facebook entwickelt worden ist und Der ist deswegen so wichtig für industrie weil er eigentlich mehrere funktionen hat nämlich die eine funktion ist wir sprechen ja gerade tatsächlich davon Die online zeiten zu verlängern dass wir ein design element haben was als soziale währung funktioniert.
00:02:04: Wir vergleichen uns ja häufig.
00:02:06: Nicht alle nutzen, aber viele machen das durch einen sozialen Aufwärtsvergleich.
00:02:10: Man guckt wieviele Likes haben andere?
00:02:13: Wie geht es denen eigentlich?
00:02:15: Die müssen ein tolles Leben haben wenn die so zugeschüttet werden.
00:02:18: mit Lob und wir wissen natürlich auch von uns selber ist wenn ich jetzt was poste Und dann irgendwie mal so eine schönen Daumen hoch bekomme dass sich das positive anfühlt und das wird tatsächlich Durch die Neurowissenschaften, also durch die Hirnforschung wird erhardet sich das.
00:02:39: Da gibt es eine tolle Studie aus den USA von der Frau Schirmann.
00:02:44: Die hat die Studien teilnehmenden Gebeten Bilder vom eigenen Instagram Account mitzubringen Und die haben sich die Studienteil nehmen im Hirnscanner angeschaut, während deren Aktivität aufgezeichnet worden ist.
00:02:55: So dass man gucken konnte was passiert eigentlich wenn diese Bilder manipuliert wurden.
00:03:00: sind?
00:03:00: Also die Nutzen?
00:03:01: haben ihre eigenen Bilder mit viel Likes gesehen oder mit wenig Likes?
00:03:05: das war eine der Versuchsbedingungen.
00:03:08: und wenig überraschend Wenn ich viele Likes bekomme dann wird das Belohnungssystem des Gehirns aktiviert.
00:03:14: Ja und das erklärt natürlich ein Stück weit auch warum es mir danach gut geht.
00:03:18: Ich denke so kurz ah Was muss ich eigentlich tun, damit ich jetzt wieder so eine soziale Belohnung bekomme?
00:03:28: Ich muss wohl erst posten.
00:03:30: Das heißt, ich bin auf der Plattform, ich kreiere Content erstmal in der Hoffnung natürlich das dann wieder was Schönes passiert.
00:03:38: Jetzt ist es so und da kommen wir zu einem nächsten Begriff intermittierende Verstärkung.
00:03:43: Das
00:03:43: kenne ich aus der Glücksspielforschung.
00:03:45: Exakt, ne?
00:03:47: Das heißt wir haben so einen Verstärkerplan.
00:03:48: da sieht es so aus dass ja nicht jeder meiner Posts total gut läuft.
00:03:53: aber ab und zu gibt's mal eine Outlierer so ein Post wo ich denke wow er hat aber echt viel Bestätigung bekommen Da reden die Leute viel drüber da hagelts bei mir Likes rein Und das ist dann natürlich besonders belohnt.
00:04:08: Wir wissen tatsächlich aus der Suchtforschung, dass gerade diese Art der Verstärkung zu einem Verhalten führt was sich sehr schwer verlernt lässt.
00:04:17: Wenn ich dann ein paar mal diese Likes bekommen habe, da bin ich wohl sehr häufig in dem Modus mal wieder was zu posten.
00:04:25: In der Hoffnung natürlich dass da etwas Schönes passiert.
00:04:28: Ich hatte eben gesagt Dass das ein Design-Element ist Was nicht nur wichtig ist um die Leute bei der Stange zu halten Sondern Das ist tatsächlich auch psychodiagnostisch Ein Design Element Was für die Industrie sehr sehr wichtig ist.
00:04:43: Was meine ich damit?
00:04:45: wenn ich irgendwo was likee Verräht das der Industrie schon sehr viel darüber, was ich gut finde und dann sind wir eigentlich schon wieder bei diesem Datengeschäftsmodell unterwegs.
00:04:56: Wir sprachen in der ersten Folge von Überwachungskapitalismus.
00:05:01: die Industrie spioniert uns aus will verstehen wie ich ticke, was sich gut finde Und für die industrie ist dieser Lack-Button also aus Sicht der Industie genial.
00:05:10: Das
00:05:10: heißt ich erzähle den ganz bereit Willig Ganz naiv, ohne mir irgendwelche dabei zu denken.
00:05:16: Ich mag das und ich mag das!
00:05:18: Und nee, das nicht so?
00:05:19: Da möchte ich keine Werbeanzeige zu gezeigt bekommen.
00:05:22: Aber vielleicht zu dem und zu dem... Und
00:05:25: dieser Like-Button ist tatsächlich so bedeutsam.
00:05:28: Das war eine Studie von Michael Kosinski, der versucht hat, von Likes beispielsweise auch die Persönlichkeitseigenschaften von Personen zu schätzen oder vorhersagen zu machen ob sich hinter der Person, die jetzt ein Like vergibt einen Mann oder eine Frau zum Beispiel verbirgt und so.
00:05:49: Und die haben so eine Schätzung gemacht.
00:05:50: Das ist jetzt ne ganz grobe Richtung, dass man wohl hundertfünfzig Likes von einer Person braucht um eben einige Vorhersagen schon ganz gut zu treffen?
00:05:59: Das ist gar nicht so viel!
00:05:59: Wenn wir mal denken wie häufig wir Likes im Alltag setzen... Das schaffen
00:06:03: manche Leute glaube ich an einem Tag
00:06:05: Ja und da sieht man das, dass wir also hier ein Design-Element haben was wie gesagt die Leute bei der Stange hält aber dann eben auch sehr sehr viel über den Nutzen verräht.
00:06:17: Auch irgendwie wieder ein bisschen gruselig finde ich
00:06:19: Ein bisschen schon.
00:06:19: ja
00:06:20: Ja.
00:06:22: Jetzt können wir, glaube ich direkt schon super überleiten.
00:06:25: zu deinem nächsten Punkt, nämlich von den Likes und der Strecking minus Selbst zur Personalisierung?
00:06:35: Ja, ja.
00:06:35: Wir haben auch noch eine kurze Zeitreise also können die Zuschauer mal irgendwie online nachgucken sowie die ersten Anfänge der Facebook-Plattform aussahen.
00:06:50: Und da gab es keine Personalisierung.
00:06:53: Da wurde einfach irgendwie alles möglich aus dem sozialen Netzwerk dann untereinander geklatscht, irgendwie präsentiert... Und das ist dann für nutzenden natürlich häufig und nicht so richtig baulicher.
00:07:06: Denkt mal was ich da lese, es ist nicht wirklich interessant.
00:07:11: Wir sind ein bisschen wieder bei dem Gedanken, dass eine Werbung für alle ausgestrahlt wird vor den Nachrichten und interessiert aber nur einen kleinen Teil.
00:07:21: Und dann hatte die Industrie, das war auch in dem Fall Facebook.
00:07:24: Ich glaube das waren wie gesagt Zahlen als grobe Richtlinie, ich glaube, Da hat man intern so diskutiert, das muss irgendwie anders gehen.
00:07:34: Weil die Industrie findet es natürlich nicht gut wenn man auf die Plattform drauf geht und sagt, woher das ist langweilig?
00:07:40: Das ist nicht relevant für mich!
00:07:41: Das ist auch total langweillig.
00:07:44: Dann
00:07:45: schließe ich die Platform weil langeweile auf der Plattform sorry dann gehe ich Und wir sind ja grad bei Design-Elementen worum's eigentlich geht.
00:07:52: zu verstehen wie gelingt ist eigentlich die Industie die Onlinezeiten zu verlängern Und Personalisierung spielt dort eine große Rolle.
00:07:59: Man hat sich dort, das war eins der Schlagworte damals so überlegt ... Wir müssen den Leuten die New York Times for you of you anbieten also...
00:08:08: Also einmal die Zeitung auseinanderschneiden jeden Artikel einzeln und dann nur dass da den Personen geben, wofür sie sich wirklich interessieren?
00:08:16: Genau!
00:08:17: Eigentlich ja erst mal ein ganz netter Servicegedanke.
00:08:19: Eigentlich erstmal gar kein schlechter Gedanke weil ich bin immer mal ganz ehrlich, jeden Tag werden Zicht Millionen Botschaften gepostet und wir können dort aus dieser Menge natürlich überhaupt nicht mehr eine Auswahl treffen.
00:08:33: Was für uns relevant ist, da würden wir unglaublich viel Zeit mit verlieren.
00:08:37: also auf der einen Seite kann man schon sagen ja in dem Sinne korratiert eine Social Media Plattform sucht also für uns schon Botschaftenaus die Interessant sein mögen, wie macht die Industrie das?
00:08:52: Überwachungskapitalismus.
00:08:54: Sie hat natürlich eine lange Erfahrung mit uns.
00:08:58: Also weiß genau was wir über Jahre gut finden.
00:09:03: Alle meine Likes jede Minute oder Sekunde...
00:09:07: Was meine Themen sind, die mich interessiert und mit welchen Botschaften ich besonders in interaktion trete.
00:09:16: Das verlängert natürlich dann anderen Zeiten, weil ich da natürlich jetzt erstmal Dinge sehe die ich interessant finde.
00:09:22: Denke dann jetzt erster Post ist interessant das nächste ist auch interessant das nächstes Jahr von der Freundin gepostet auch super interessant oder von einem Freund ja mega genau mein Sportthema oder genau mein Musikthema und ja also auf der einen Seite gut weil ich diese Dinge häufig bekommen die mich interessieren Schlecht aber auch, weil es natürlich Online-Zeiten verlängert.
00:09:43: Gerade wenn man dann auch dieses Design-Element mit einem nächsten Design- Element in Kontakt setzt und zusammenbringt nämlich Endless Scrolling.
00:09:53: Endless heißt ohne Ende und Scrolling heißt das durchwischen.
00:09:58: Das heißt wischen ohne Ende also dass die Seite einfach kein... Wir wissen früher noch bei den Internetseiten man hat runterge scrollt Wischt?
00:10:11: Nee, hat man mit der Mauszeige das nicht gemacht.
00:10:14: Man ist an ein Ende der Webseite gekommen und wenn wir heute uns TikTok Instagram und Co.
00:10:20: angucken da kann man wischen so viel man will aber an einen Ende kommt man eigentlich nie höchstens mal die Internetverbindung jetzt gerade nicht mehr so gut ist und mitspielt und keine neuen Inhalte mehr laden will.
00:10:32: dann schließt man die App einmal öffnet sie wieder neu und dann kann man den ganzen Prozess wieder von vorne starten.
00:10:40: Dadurch ist die Industrie nicht gelungen, unsere Zeitwahrnehmung zu beeinflussen.
00:10:47: Weil ich sehe jetzt irgendwie Dinge, die ich interessant finde und es hört auch nicht mehr auf.
00:10:52: Ich komme mit einem wahrsten Sinne in einen Flow-Zustand der sich per se erst mal gut anfühlt, weil ich denke ja so interessant hier und schön... Der fühlt sich natürlich dann eher gut an, wenn die Botschaften auch positiv sind.
00:11:05: Ich kann natürlich auch einen Sog geraten und dann sind wir bei Doomscrolling, dass ich den ganzen Tag nur negative Botschafte sehe.
00:11:11: Und da sieht man aber diese diese Verknüpfung ab.
00:11:14: testen also erst mal getestet.
00:11:16: was macht die Plattform mit versus ohne Personalisierung?
00:11:19: Dann steht dann die Industrie dahinter mit einer Stop-Uhr und guckt wie lange die Leute ihre Zeit verbringen oder wie viel sie reposten und rund.
00:11:29: Und dann haben wir gesehen, ah vielleicht ist es besonders gut Personalisierung und dann Endless Scrolling.
00:11:34: Dann wird so ein richtiger Strom daraus aus denen die nutzenden Probleme haben auszubrechen.
00:11:40: Man muss übrigens sagen wenn wir über diese Personalisierung sprechen weil ja man kann sagen das hat auch Vorteile hat's natürlich in anderen Bereichen dann auch nochmal besondere Nachteile nämlich Wenn wir über Filterblasen nachdenken.
00:11:55: also wenn dann tatsächlich ich eigentlich nur noch Das gezeigt bekommen online, was dann auch meiner politischen Weltanschauung entspricht.
00:12:04: Weil ich mich dann von der Logik her, Eli Pariser das damals gesagt eigentlich gar nicht mehr mit anderen Weltanschaungen auseinandersetze und dass es gerade durchaus eine große Kontroverse in der Wissenschaft inwieweit sowas zur Radikalisierung führen kann.
00:12:20: Es ist ja auch ein großes Thema in unseren heutigen Zeiten.
00:12:25: Ja stimmt.
00:12:26: Aber nicht Thema ... Heute bei uns hier am Tisch.
00:12:31: Also Likes, Personalisierung
00:12:33: und
00:12:33: Endless Scrolling.
00:12:35: gibt es noch weitere Faktoren?
00:12:37: Ja wir haben natürlich gerade so in den Nachwäden von ChatGPT als ChatGPD auf dem Markt gekommen ist November zwanzig zweiundzwanzig ja jetzt auch schon ein paar Jahre her Sehen wir natürlich, dass diese ganzen KI-Chatbots zunehmend mehr an Relevanz gewinnen.
00:12:56: und dann mögen sich viele fragen was hat das denn mit den sozialen Medien zu tun?
00:13:01: Wir sehen jetzt, dass die Produkte miteinander verschmelzen.
00:13:04: Also wir haben zum Beispiel MyAI auf Snapchat oder wir haben GROC auf der Plattform X früher Twitter Und das ist natürlich eine nächste Möglichkeit, die nutzenden beider Stange zu halten indem man sagt ja wir sind jetzt nicht nur die klassischen sozialen Medien sondern Wir sehen eben dass wir hier einen Produkt haben was wir noch mal verbauen Weil wir sehen dass viele Menschen eben Jetzt Nicht Nur diese large language Modelle also Diese KI Chatbots Nutzen um Jetzt IrGendwie produktiver Zu werden Um Ihren Job Eben vielleicht Noch Besser Zu Machen Zu Können sondern sie nutzen die tatsächlich auch als Alltagsbegleiter.
00:13:47: Also wenn sonst gerade niemand Zeit hat zum Schreiben, mir niemand sagen kann ob dieses Modestück passt oder ob in dem Gericht vielleicht das Gewürz besser passt oder wie ich jetzt die Glühbirne an meinem Auto wechseln dann frage ich halt bei WhatsApp einfach die eingebaute KI Und schon weiß ich wieder, dass sich mich für dieses oder jenes interessiere.
00:14:10: Geh jetzt durch den Supermarkt und sag mal, sag mal... Was soll ich denn heute Abend zum Essen machen?
00:14:16: Berat' mich doch mal hier und da!
00:14:18: Wir sehen das Menschen dazu neigen die Maschine gerade KI Chatbots auch zu vermenschlichen.
00:14:23: wir sprechen hier von der Anthropomorphisierung.
00:14:27: Also ein schwieriges Begriff, aber eigentlich ein einfaches Konzept dahinter.
00:14:31: Das heißt ich schreibe mit dem KI-Chatbot als wäre das ein Mensch, obwohl natürlich nur eine Maschine dahinter steckt?
00:14:37: Genau und da gibt es auch so ne alte Geschichte von Josef Weizenbaum.
00:14:41: der hat den ersten KI Chatbot in sechziger Jahren entwickelt.
00:14:45: Elisa!
00:14:47: Und da gibt's wohl diese Anekdote dass die Sekretärin von Joseph Weizenbaum gesagt hat Du Josef, kannst du mal aus dem rausgehen?
00:14:55: Ich brauche ein bisschen Privatsphäre mit meinem Chatboard.
00:14:58: Also Eliza.
00:15:00: Eine Variante war ja davon dass sie tatsächlich auch so psychotherapeutisches Modul waren im Sinne von Karl Rogers.
00:15:07: So ich stelle dir eine Frage und dann wird die Frage nochmal aufgenommen was dann Eliza damals im Prinzip versucht hat nachzubilden.
00:15:15: Ein bisschen vorzutäuschen zuhört.
00:15:18: Ja, da hat man eigentlich schon gesehen in den sechziger Jahren das an diesem einfachen Beispiel dass es uns sehr schwer fällt irgendwie auszublenden dass das jetzt eine Maschine ist mit der wir kommunizieren.
00:15:29: ja und jetzt kann man sich hervorstellen wir sprechen über soziale Medien.
00:15:32: Wir haben jetzt eben auch diesen dieses sehr mächtige Tool, diese KI-Chatbots die jetzt hier auch nochmal einzug halten und natürlich vor allem Hintergrund Privatsphäre der Nutzenden.
00:15:45: Natürlich noch mal die nächste Grenze verschoben wird dessen was an Informationen in den sozialen Medien weitergeleitet wird, die dann natürlich im Sinne von der Werbung wieder ausgenutzt werden können.
00:16:00: aber vielleicht Das hoffen wir nicht, wenn wir nicht zu dystopisch werden aber vielleicht noch in anderen Bereichen.
00:16:09: Mir fällt da noch das Stichwort parasoziale Beziehung ein.
00:16:13: Wir eben gesagt haben viele Reden oder Schreiben mit KI-Chatbots als während des Menschen und es gibt ja auch schon dokumentierte Fälle oder Berichterstattungen wo Menschen wirklich der Meinung sind Dieser K.I.-Chatbot ist mein bester Freund, oder ich habe eine Liebesbeziehung?
00:16:34: Ich hab sogar irgendwo gelesen, dass jemand einen K. I.-Chat-Bot geheiratet hat.
00:16:38: Also nicht in Deutschland ... Ist das nicht möglich!
00:16:42: Aber erklär doch mal was parasoziale Beziehungen ist.
00:16:47: Ja, parasoziale Beziehung spielen auch erstmal bei den klassischen Social-Medien ohne dass wir über KI-Chatbots reden müssten eine Rolle.
00:16:55: Die Musikindustrie oder viele Stars haben da ein Modell drauf gebaut das sie sehr nah war wirken und natürlich indem Sie halt direkt in Fans sprechen können.
00:17:06: Viele Fans denken ich werde direkt angesprochen Taylor Swift ist ein super Beispiel, die es dann rausgefahren hat ihre Karriere genau auch darauf aufgebaut.
00:17:16: Auf der Idee sehr, sehr nahebar zu sein und authentisch zu wirken indem sie dann irgendwie über den Fans Tür klopft und sagt, guck mal ich hab extra Weihnachtsgeschenk für dich gebastelt oder war ein Weddingcrasher.
00:17:28: Und hat bei der Hochzeit von Fans dann gesagt, guckt mal ich bin jetzt da und spielt ein Lieblingssong und das geht natürlich viral und alle Fans denken ich könnte die nächste Person sein.
00:17:38: Das heißt ich kenne nicht Taylor Swift alliere sich Millionen Follower.
00:17:42: aber andersrum denken die Fans dass sie Taylor sehr gut kennen.
00:17:46: Das heisst dort werden Beziehungen aufgebaut die natürlich keine echten Beziehung sind Und wir sehen das in Asien gerade sehr stark, dass dann viele Influencer tatsächlich auch versuchen Geld einzusammeln.
00:18:00: Also dass die Fans direkt sogar Geld spenden auf diesen Kanälen also wo natürlich diese parasoziale Beziehung auch ausgenutzt werden.
00:18:08: So und jetzt wenn wir über KI Chat-Bots sprechen, dann haben wir sicherlich nochmal die nächste Schwelle dessen was erreicht wird.
00:18:16: Menschen anfangen in KI Chatbots tatsächlich so was wie teilweise wie Partner und Partnerin zu sehen, diese ihr größten Geheimnisse anvertrauen.
00:18:25: Tatsächlich die Maschine wird komplett vermenschlicht und das kann dann eben zu einer Abhängigkeit führen auch im Beziehungsbereich der sehr ungesund ist.
00:18:36: wir hatten gesehen war eine Welt Nachricht dass sich ein Junge aus Florida sogar das Leben genommen hat.
00:18:44: er hat sich vorgestellt, dass er mit der Protagonistin aus Games of Thrones eine Beziehung geführt hat und hat sich dann nach der Interaktion darüber diskutiert ob der Chatbot jetzt Schuld war oder nicht.
00:18:58: Nach einem Genötig gesehenen sich das Leben zu nehmen.
00:19:04: Ja da sind echt traurige Geschichten dabei!
00:19:08: Damit wir nicht ganz so traurig enden würde ich hier mal ein Cut machen bei den parasozialen Beziehungen.
00:19:15: Wenn ihr euch da draußen mehr für parasoziale Beziehungen interessiert, dann schaut doch mal unsere letzte Staffel rein.
00:19:22: Videospielsucht verstehen!
00:19:23: Da gibt es nämlich eine Folge in der wir uns speziell mit dem Thema beschäftigen wie wir Mit unserer Identität, mit Rollen spielen können.
00:19:34: Die heißt Avatar statt Alltag.
00:19:36: Staffel zwei Folge vier da könnt ihr euch auch mehr zur parasozialen Beziehung anhören und wir machen jetzt weiter mit Tipps zu Selbsthilfe damit wir wenigstens mit ein bisschen was Positiven hier rausgehen.
00:19:47: unter hat uns der Verein Aktiv gegen Medien sucht den tip gegeben um nicht so lange online zu sein, sich einfach Zeitlimits einzurichten.
00:19:57: Entweder bei den Plattformen selbst – sofern sie es denn anbieten – viele machen das inzwischen oder auch in den Smartphone-Einstellungen bestimmte Apps auf so und so viele Minuten am Tag zu beschränken.
00:20:13: Und Christian vielleicht hast du ja auch noch einen weiteren Tipp für uns was wir machen können damit wir nicht solange auf dem Plattform kleben bleiben?
00:20:23: Ja, zunächst richtig.
00:20:24: Also ich meine Industrie hat ja vor ein paar Jahren irgendwie diese Timer auch teilweise eingebaut.
00:20:29: also wo man jetzt hingehen kann und sagt ja nicht länger als eine halbe Stunde geht irgendwie den Fenster auf dann halbe stunde verbraucht.
00:20:36: Jetzt muss man fairerweise sagen ist natürlich auch mag den Gag von der industrie denn Stück weit sorgt sie dafür dass die Verantwortung Zumindest wirkt es so von der Industrie weg geht, wo man sagt guck mal.
00:20:48: Wir haben noch jetzt einen tollen Wecker gebaut nutzt den.
00:20:50: das ist jetzt nicht mehr unser Problem am Datenchefsmodell zu arbeiten.
00:20:54: trotzdem kann das natürlich helfen erstmal so eine Überblick auch zu bekommen.
00:20:57: wie viel Zeitverzerrung.
00:20:58: ich habe wow schon halbe Stunde weg.
00:21:02: vielleicht würde ich es doch in Zukunft anders handhaben.
00:21:04: Das andere ist ein bisschen radikaler, aber könnte man auch mal drüber nachdenken und das heißt jetzt nicht komplett abstinenz zu sein oder die sozialen Medien gar nicht mehr zu nutzen.
00:21:15: Sondern zu überlegen brauche ich jede diese Apps tatsächlich ständig verfügbar?
00:21:20: auf dem Smartphone also Instagram kann man zum Beispiel auch über einen normalen Browser auf einem Laptop checken und das hat natürlich den Vorteil dass ich das dann vielleicht alles ein bisschen gezielter mache.
00:21:33: Ich sitze da nicht gerade im Bus irgendwie alleine, denn ja geh schwer drauf um mich abzulenken.
00:21:38: Ich könnte auch mal meinen Gedanken nachhängen sondern hier zu sagen ne bestimmte Apps möchte ich nicht auf dem Telefon haben so Gedanke, Gelegenheit macht Diebe und sozusagen die nehme ich runter Und die werde ich nur noch gezielt eben tatsächlich über den Laptop nutzen.
00:21:57: Also noch zu Hause, wenn ich gerade Zeit habe, nichts anderes zu tun haben.
00:22:01: Nicht während der Arbeitszeit nicht, wenn Ich unterwegs bin oder mich vielleicht auf den Straßenverkehr ... konzentrieren sollte, sondern nur noch dann wenn wirklich die Gelegenheit günstig ist.
00:22:10: Und das hat sicherlich auch den Vorteil dass wir ein bisschen aus der Fragmentierung gekommen.
00:22:14: Das heißt wir werden ja irgendwie durch die sozialen Medien, durch die Botschaften dauernd unterbrochen und ich sage mal so ein bisschen Lapidar es ist natürlich besser wenn ich irgendwie einmal fünfzehn Minuten am Stück drauf bin anstatt fünfzehmal eine Minute weil bei dem Letzteren habe ich fünfzehm Mal werde ich irgendwo rausgerissen also hab ich Wechselkosten und im andermal wenn ich mich da einmal hinsetzen sag so jetzt mache dann passiert das entsprechend weniger.
00:22:39: Okay, guter Tipp!
00:22:40: Danke Christian!
00:22:41: Wenn ihr da draußen noch mehr Tipps braucht, dann schaut doch mal auf unsere Website vorbei www.webcare.plus.
00:22:48: Dort findet ihr außer Selbsthilfe-Tipps auch noch professionelle Hilfeangebote.
00:22:52: und wenn ihr auch da nicht weiter kommt und Fragen an Christian habt, dann kommt am fünften Elften in unser Webinar.
00:23:00: um fünfzehn Uhr starten wir da.
00:23:02: Auch über die Website könnt ihr euch dort anmelden.
00:23:05: Und ansonsten würde ich sagen, bewertet gerne unseren Podcast.
00:23:11: Teilt ihn mit einer Person die vielleicht viel zu viel Zeit auf Social Media verbringt und abonniert den Podcast damit ihr die nächste Folge nicht verpasst!
00:23:21: Denn nächste Folge wird's richtig spannend.
00:23:23: auch wenn unsere Staffel heißt Social Media Sucht verstehen fragen wir uns nämlich nächste Woche gibt es denn Social Media sucht überhaupt?
00:23:32: Also das bleibt spannend.
00:23:34: Schaltet wieder ein, bis nächste Woche.
00:23:35: Ciao!