Social-Media-Sucht verstehen: Soziale Medien wollen deine Daten (S03E01)

Shownotes

Soziale Medien wollen deine Daten! Doch warum eigentlich? Das Geschäftsmodell sozialer Netzwerke erklärt uns Psychologe und Hirnforscher Prof. Dr. Christian Montag. Wir sprechen über Überwachungskapitalismus, Aufmerksamkeitsökonomie, digitale Fußabdrücke, personalisierte Werbung und was das mit politischen Wahlen zu tun hat. Am Ende der Folge gibt es natürlich wie immer einen Tipp zur Selbsthilfe. „Social-Media-Sucht verstehen“ ist eine Podcast-Staffel der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., gefördert durch die Techniker Krankenkasse in Hessen.

Infos + Tipps zur Selbsthilfe: https://webcare.plus Transkripte zum Podcast: https://webcare.plus/podcast-mediensucht-verstehen Online-Veranstaltung am 5.11.2026: https://webcare.plus/service/webinare/social-media-sucht-verstehen-webinar-mit-prof-dr-christian-montag Online-Suchtberatung: https://www.suchtberatung.digital/?mtm_campaign=webcare-Podcast&mtm_placement=YT-Shownotes

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Hessische Landesstelle für Suchtfragen: https://www.hls-online.org Christian Montag: https://christianmontag.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Soziale Medien wollen deine Daten und meine.

00:00:03: Aber warum eigentlich?

00:00:05: Das Geschäftsmodell der Plattform lass ich mir heute von einem Experten erklären!

00:00:09: Soziale Medien machen abhängig, depressiv und sind gefährlich – für Kinder und Jugendliche gehören sie verboten.

00:00:16: Zumindest wird das aktuell heiß diskutiert….

00:00:19: aber was davon stimmt

00:00:20: wirklich?!

00:00:21: Wir stellen gängige Social-Media-Mythen auf den Prüfstand mit Wissenschaft statt Fake News.

00:00:28: Herzlich willkommen zu Mediensucht Verstehen.

00:00:31: Wir sind ein Podcast der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen, gefördert von der Technikerkrankenkasse in Hessen und heute starten wir schon unsere dritte Staffel nämlich zum Thema Social Media-Suchtverstehen.

00:00:44: Und auch dieses Mal haben wir uns wieder einen ganz besonderen Gast in das Studio eingeladen.

00:00:50: zwar ist das Christian Montag.

00:00:52: Hallo Christian!

00:00:54: Christian, du bist Psychologe und Hirnforscher.

00:00:58: Das heißt, du kennst dich nicht nur mit der Hardware in unserem Kopf aus sondern auch mit der Software da oben Und außerdem auch mit dem Software von Smartphones und Social Media Plattform.

00:01:09: also bist Du der perfekte Kandidat für unseren Podcast hier.

00:01:13: und als ich Dich angefragt habe Mit uns über Social Media Sucht zu sprechen hast Du gesagt Warte mal Wir müssen viel früher starten, nämlich beim Geschäftsmodell der Plattform.

00:01:24: Warum ist das so?

00:01:26: Ja super Frage!

00:01:27: Erstmal vielen Dank für die Einführung.

00:01:29: und halt mal fest wir haben aktuell über fünf Milliarden Menschen, die auf den sozialen Medien unterwegs sind also eine gehörige Zahl.

00:01:39: Mehr als die Hälfte der Menschheit.

00:01:40: Exakt.

00:01:41: und dann ist die Frage was?

00:01:42: die Faszination und wie hat die Industrie es geschafft so viele Menschen nachhaltig zu binden?

00:01:48: Und da gibt es zwei Begrifflichkeiten, die wir heute gemeinsam erarbeiten möchten.

00:01:53: Nämlich das ist einmal der Begriff den glaube ich mehr Leute kennen.

00:01:56: Das ist nämlich Der Überwachungskapitalismus.

00:01:59: Dem is aber was vorgeschaltet beziehungsweise nachgelagert.

00:02:03: so muss man sagen, dass ist die Aufmerksamkeitsökonomie, das ist der Begriff der glaube ich dann treffender Bekannteris.

00:02:09: Ich glaube, die beiden Begriffe musst du uns auf jeden Fall noch mal erklären.

00:02:12: Mit welchen Begriff möchtest du starten?

00:02:14: Ja machen wir so eine Reihenfolge!

00:02:15: Ich glaube es ist ganz sinnvoll erstmal mit dem Überwachungskapitalismus zu starten und dann sprechen wir über die Aufmerksamkeitsökonomie denn das Letztere bedingt eigentlich das Erste.

00:02:25: Und starten wir mal.

00:02:27: also Überwachungskapitalismus heißt im englischen Surveillance Capitalism und ist ein Begriff der wurde von Shoshana Subov geprägt.

00:02:35: Das ist also ne sehr bekannte Forscherin empfällt Und die hat sich sehr, sehr lange auch aus einer juristischen Perspektive mit der Frage auseinandergesetzt.

00:02:45: Was macht die Industrie da eigentlich mit uns?

00:02:47: und wir haben dies eigentlich geschafft Geld zu verdienen?

00:02:50: Denn das war für die Industri die sozialen Medien gar nicht so leicht eine große Zeitreise.

00:02:58: sagen wir mal es fing an mit zwei tausend vier was nicht ganz stimmt.

00:03:01: aber das war die Gründungsstunde von Facebook.

00:03:05: Es gab natürlich auch schon vor Myspace und andere Plattformen, aber Facebook mal als prominentes Beispiel.

00:03:11: Und wenn man sich so eine alte Facebook-Plattform anschaut dann und vergleicht die mit heute hat das ziemlich wenig miteinander zu tun.

00:03:21: Das sah alles nicht so hübsch aus und dann wurden Nachrichten zum Beispiel alle untereinander geklatscht.

00:03:27: Nicht alles war für die Nutzen interessant.

00:03:29: Und damals hat sich natürlich Facebook genauso wie die Konkurrenz gefragt, irgendwie verdienen wir eigentlich Geld.

00:03:35: Also wie kriegen wir das hin?

00:03:38: Dass wir mit diesem Produkt in irgendeiner Form Geld verdienen?

00:03:42: und die Idee kam dann irgendwie dass man gesagt hat naja wie wir heute alle wissen das muss irgendwie über Werbung passieren.

00:03:49: aber Das werbemodell was eben im Sinne des Überwachungskapitalismus entstanden ist es ein bisschen anders als was wir irgendwie aus den klassischen Medien kennen, wie im Fernsehen.

00:04:01: Also schauen wir uns mal, wie es im Fernseher läuft?

00:04:03: Ich mache irgendwie ein Fernseh an und schaue mir die Nachrichten an um zwanzig Uhr und dann läuft da eine Werbung vorher, die ist extrem teuer und sie sehen alle!

00:04:14: Und viel interessiert diese Werbung auch gar nicht.

00:04:16: Ja das kenne ich.

00:04:17: Man sagt ja, dass ziehe ich mir jetzt gerade so mit einem Ohr rein oder mit einem Auge und eigentlich warte ich nur, dass die Nachricht losgehen.

00:04:25: bei wenigen verfängt das Und die Sozialmedien haben gesagt, das müssen wir anders machen.

00:04:30: Wir müssen es anders machen!

00:04:31: Wir wollen eigentlich Geld damit verdienen, dass wir personalisierte Werbung schalten können und eine Voraussetzung natürlich um eben den Nutzenden eine bestimmte Werbung zu zeigen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dann auch zielführend ist.

00:04:47: Aus Sinn aus Sicht des Marketings heißt da sich die Nutzenden sehr gut verstehen muss.

00:04:53: So und dann kommen wir jetzt endlich zu diesem Begriff Überwachungskapitalismus.

00:04:58: Die Industrie hat eine Ökonomie geschaffen, einen Raum die sozialen Medien wo eigentlich alles was wir tun überwacht wird.

00:05:09: Wir werden eigentlich auch spioniert wenn man ganz ehrlich ist.

00:05:13: Jeder einzelne Klick.

00:05:14: Also es geht sogar über den Klick hinaus.

00:05:17: Es wird getrackt.

00:05:20: wie lange ... also wenn ich das Smartphone in der Hand habe, wie lang ich über bestimmten Bereichen havere... Das heißt wie lange ich darüber verhaare

00:05:27: Wie lange ich einen Post allein schon angucke, das wird

00:05:30: alles

00:05:31: aufgeteichert.

00:05:32: Genau.

00:05:32: Damit wem ich verbunden bin.

00:05:33: Wenn wir jetzt auch in sozialen Medien verknüpft sind, da können wir im sozialen Grafen abbilden.

00:05:38: Das ist das Gefühl von Leuten mit denen ich verbundet bin.

00:05:42: Dann ist es für die Industrie natürlich auch interessant zu schauen.

00:05:45: Mit wem kommuniziere ich wie häufig?

00:05:48: Was finde ich?

00:05:49: die Themen, die wir dort beackern?

00:05:51: Was poste ich selber?

00:05:53: Auf was antworte ich besonders schnell?

00:05:55: Also all das wird im Prinzip ausgelesen und dann genutzt, um zu schätzen wer du Saske ja und wer ich Christian bin.

00:06:07: Die kennen uns hier nicht die haben uns nie persönlich begegnet.

00:06:10: wie auch also wenn ihr überlegt jetzt auf Facebook sind sagt man ist der Dinosaurier aber es immer noch eine unglaublich erfolgreiche Plattform über dreimaljahr Menschen sind da drauf.

00:06:21: Es höre ich kann Zuckerberg, den nicht alle persönlich treffen oder die arbeiten bei Facebook.

00:06:26: Aber die versuchen jetzt eben Profiling zu machen also genau zu schätzen aufgrund der ganzen digitalen Fußabdrücke wer du bist alter geschlecht was dann Interessen sind vielleicht auch die Persönlichkeit Struktur.

00:06:40: und Dann stellt sich die Frage Was kann die Industrie denn jetzt machen um aus der Information Gewinn zu schlagen?

00:06:50: Und da kommen wir jetzt im Bereich des Micro-Targetings, wie wir es nennen im Englischen.

00:06:54: Also Personalisierung von Werbung die zum Beispiel auch in politisch geschehener Rolle spielt.

00:06:59: und die Industrie sagt natürlich gegenüber der Marketingindustrie das funktioniert gut gibt uns Geld dafür ja dass wir im Prinzip Jetzt für euch die Leute auf dem Plattform bewerben und wir haben das größte Biotop an Menschen, die sehr gut verstanden haben.

00:07:16: Das heißt ihr wollt ein Produkt verkaufen?

00:07:18: Wir kennen die Nutzenen und ihr könnt jetzt personalisieren.

00:07:21: wie sieht es aus?

00:07:23: Dann gibt's eine tolle Studie aus Holland Die gemacht worden ist im politischen Kontext Und man muss sich so vorstellen, ich mache das Experiment jetzt sehr, sehr vereinfacht und kurz.

00:07:32: Dass Studienteilnehmende eingeladen worden sind irgendwie auf so einer Mock-Plattform die es gar nicht wirklich gibt mal so ein Profil anzulegen.

00:07:41: Also

00:07:41: Mockplattform?

00:07:42: So eine gefälschte Plattform.

00:07:44: Genau also dass man gesagt hat zu Cover Story, guck mal das ist ein neues Social Media Produkt melde ich da mal an

00:07:49: Test du das mal!

00:07:49: Test mir das mal aus, laden wir ein Foto von dir hoch schreibt mal was über dich Und dann haben die Forschenden einfach nur aufgrund dessen, was die Leute dort geschrieben haben geschätzt wie ihre Persönlichkeitsstruktur ist.

00:08:01: Wenn wir sagen Text-Mining das heißt wir versuchen durch Sprachanalyse zu schätzen ob du zum Beispiel extra oder introvertiert bist also ihr gesellig aus sich herausgehend und Durchsetzungen stark oder ob man eher sagt naja ich mag es gerne zu Hause sitzen allein ein Buch zu lesen und die Party ist mir nicht ganz so wichtig.

00:08:17: Ein bisschen

00:08:17: gruselig dass man sowas alleine anhand meiner einer Schriftsprache erkennen kann.

00:08:23: Ja,

00:08:23: stimmt!

00:08:25: Man muss mal so ein bisschen vorsichtig sein... Die Industrie, das sehen wir auch aus unserer Forschung selber.

00:08:31: Wir können es nicht perfekt schätzen auf Individualebene.

00:08:35: also für dich genau schätzen dein extra Versionsgrad auf dem Punkt genau.

00:08:40: aber man kann das für große Population relativ gut schätzen was für eine Industrie ausreichend ist.

00:08:44: Das ist ja bei jeder Studie so, dass du mehr teilnimmst und desto zuverlässiger sind die Ergebnisse.

00:08:48: Sind die Ergebnisse trotzdem stoßen hier an so einer gewissen Grenze das was wir vorher sagen können?

00:08:53: Aber das finde die Industrie gar nicht so schlimm weil die zeigen abhängige Studien, diese Studie aus Holland.

00:08:59: Was sie hier gemacht haben, die haben die Studien teilnehmende Woche später nochmal eingeladen und dann haben wir gesagt so gehen noch mal auf die Plattform drauf, da haben die drei Werbungen gezeigt nämlich einmal eine politische Werbung, die auf Extravettierte abzielt.

00:09:11: So ein Motto wenn du uns wählst bist du der Held.

00:09:13: das wäre jetzt die extravertierte Botschaft.

00:09:16: Dann gab es an mir die Botschaft jeder kann einen kleinen Unterschied machen wel uns doch Das wäre jetzt introvertierte Botschaft.

00:09:22: oder einfach wähle uns so neutral.

00:09:25: Und was man gesehen hat, wenn die Werbebotschaft genau auf die Persönlichkeitsstruktur passt.

00:09:31: Das heißt, die extravertierte Person kriegt die extravitierte Werbung dann gaben die Studien teilnehmenden an besonders bereitwillig tatsächlich hier Partei wählen zu wollen und da sieht man schon wie dieses Geschäftsmodell funktionieren kann.

00:09:43: ja also die Marketing Abteilungen Suchen die sozialen Medien aus, um die Möglichkeit zu haben, personalisiert eben die Nutzen der sozialen Medien zu bewerben.

00:09:57: So und dafür bedarf es jetzt natürlich aber zahlreicher Fußabdrücke.

00:10:02: deswegen überwachungskapitalismus, der dann auf die Aufmerksamkeitsökonomie trifft nämlich Industrie versucht ja über die soziale Medien die Onlinezeiten zu verlängern möglichst viel digitale Fußabdrücke zu bekommen, aber zweitens natürlich auch um den Werbetreibung zu sagen guck mal die sind so lange bei uns auf der Plattform.

00:10:25: Die lesen ganz ganz viel von eurer Werbung.

00:10:27: Ja klar je länger ich da bin dass du mehr Werbeanzeigen kriege ich angezeigt.

00:10:30: und dann sehen wir wie diese Verknüpfung eben zwischen Überwachungskapitalismus ausspionieren, der Nutzen auf den sozialen Medien gepaart mit der Aufmerksamkeitsökonomie Prinzip das Geschäftsmodell der Industrie darstellt.

00:10:47: Das heißt dieser Gedanke, den ja viele haben, achja sollen die doch mit meinen Daten machen was sie wollen?

00:10:53: Ich habe eh nichts zu verstecken ich bin eine aufrichtige Bürgerin.

00:10:57: Der ist eigentlich total naiv weil die ganz viel damit machen können mit den Daten.

00:11:02: Ja es geht also nicht nur um den Fluss der Privatsphäre das ich schon ziemlich bedenklich finde sondern es geht natürlich am Ende des Tages auch um eine Form der Manipulation.

00:11:12: Das heisst es geht darum eben Menschen Produkte zu verkaufen, die sie vielleicht nicht haben wollen.

00:11:18: Es geht darum... Wir haben das eben extrem Beispiel gesehen, dass natürlich auch Wahlen beeinflusst werden können.

00:11:25: Da wird vortrefflich drüber gestritten wie stark die Effekte der sozialen Medien in dem Bereich sind.

00:11:31: aber man kann sich sicherlich vorstellen bei Wahlen wo der Ausgang sehr knapp ist, dass sowas zumindest mal das Zündlein an der Waage sein kann.

00:11:43: Ich stelle mir auch vor, dass das gerade bei ... zum Beispiel Werbung für alkoholische Getränke oder für Glücksspielplattformen.

00:11:52: Die dann vielleicht sogar auch illegal sind?

00:11:54: Zumindest in Deutschland ja noch mal eine Nummer schlimmer ist, weil es einfach ne sehr vulnerable Gruppe trifft.

00:12:00: also wenn Facebook jetzt beispielsweise ausmacht A die Person, die ist total interessiert an Glücksspiele oder die trinkt wahnsinnig viel Alkohol und dann kriege ich dafür noch Werbung ausgespielt Das is'ja wie Öl ins Feuer gießen.

00:12:13: Ja, das stimmt.

00:12:14: Also trifft die Personalisierung dann auf vulnerable Gruppen, die dann vielleicht nochmal besonders ins Risiko gehen weil sie diese Werbung sehen um bestimmte Dinge zu konsumieren.

00:12:24: Das ist sicherlich ein großes Problem und in Brüssel versucht man ja aktuell durch Regulierung natürlich bestimmte Gruppen auch vulnerables Gruppen besonders zu schützen also zum Beispiel Jugendliche.

00:12:39: Aber das ist natürlich nicht nur die einzige Gruppe, die geschützt werden muss.

00:12:42: Wir haben das jetzt hier an einem Beispiel mit Zuchterkrankten schon gehört wo sicherlich dieses Geschäftsmodell gefährlich sein kann aber sicherlich auch in anderen Bereichen.

00:12:52: also gerade würde ich sagen generell wenn Personen vulnerable sind kann natürlich durch diese Form des Geschäfts Modells eine Manipulation stattfinden die nicht gesund ist.

00:13:04: Dann ist es ja gut dass wir jetzt diese Staffel hier machen gemeinsam, um alle Menschen da draußen nicht nur Kinder und Jugendliche.

00:13:11: Und auch nicht nur Menschen mit Suchtrisiko aufzuklären.

00:13:15: Denn wer besonders gut weiß was Sache ist ja, wer besonders gute Medienkompetenz hat kann sich auch besser schützen vor solchen Mechanismen.

00:13:26: Wir sind ja auch nicht noch hier um Schwarzmalerei zu betreiben sondern wir wollen am Ende jeder Folge immer ein Tipp zur Selbsthilfe geben.

00:13:35: Und wir haben diese Staffel ein bisschen Unterstützung bekommen, nämlich vom Aktiv gegen Mediensuchtverein.

00:13:42: Die uns auch ein paar Tipps zur Selbsthilfe beigesteuert haben.

00:13:45: und wir fangen jetzt heute mal an mit einem Tipp der heißt richte dir medienfreie Zeiten oder medien freie Räume eins zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen oder generell das Schlafzimmer Christian, was steckt denn da aus deiner psychologischen Sicht jetzt so dahinter?

00:14:03: Wie gut funktioniert das?

00:14:04: Was macht das mit unserem Gehirn?

00:14:05: Warum ist es ein guter Tipp?

00:14:07: Ja ich hatte das für einen extrem guten Tipp.

00:14:09: Denn die Industrie versucht uns ja eigentlich wenn wir nicht auf der Plattform drauf sind sie darauf uns drauf zu holen.

00:14:14: und jetzt gerade im Schlafzimmer muss man sagen kann sich jeder vielleicht vorstellen er ist grade so gemütlich.

00:14:20: Ich liege da und denke gerade nochmal Smartphone checken Und wir haben natürlich Zeitverzerrungen auf den Geräten.

00:14:26: Das heißt, die Plattformen sind so gebaut dass wir mehr Zeit dort verbringen als wir möchten.

00:14:32: Ja und dann liege ich gerade im Bett und dann wird aus zehn elf Uhr und zwölf Uhr und leidet natürlich irgendwann der Schlaf weil ich einfach zu viel an der Plattform hänge.

00:14:43: Dann häufig lese ich vielleicht noch etwas was mich emotional sehr stark beschäftigt.

00:14:48: auch das lässt mich dann tatsächlich ruhelos sein Dass es sehr, sehr gut ist tatsächlich das Gerät außerhalb des Schlafzimmers zu haben.

00:14:56: Das ist sicherlich eine gute Lösung und das hat sicher auch den Vorteil dass ich nicht morgens schon wieder mit dem ersten Griff zum Smartphone in einer Welt verhaftet bin die mich schon vielleicht direkt morgens wieder emotional sehr stark auffühlt.

00:15:11: Es klingt auf jeden Fall nach guter Selbstfürsorge.

00:15:15: Noch ein medienfreier Raum, der genannt wurde war zum Beispiel der Schreibtisch.

00:15:19: Also wenn ich arbeiten muss und mich konzentrieren muss dann das Handy nicht auf dem Schreibtische liegen zu haben was hat es damit auf sich?

00:15:28: Ja wir sprechen der Wissenschaft von dem sogenannten Braindrain-Effekt also das...

00:15:32: Drain wie bei der Trainage dass das

00:15:35: abfließen.

00:15:35: Da fließt etwas ab da gehören auf einmal weg.

00:15:39: natürlich relativ drastisch ist nicht so drastischen gemeint aber Was man hier abgebildet hat in der Studie, ist im Wesentlichen zu überprüfen was passiert eigentlich wenn das Gerät physisch anwesend ist und experimentell wurden Studien teilnehmenden drei Gruppen unterteilt.

00:15:56: Also man ist so einen Raum reingegangen und sollte eine Aufmerksamkeitsaufgabe bearbeiten Und die eine Gruppe hat das Geräte vor dem Raum abgegeben Die anderen hatten das so am Rucksack oder jetzt hier in der Jagdentasche und die anderen tatsächlich auf den Tisch liegen.

00:16:11: dann hat man noch Manipuliert.

00:16:13: ist das Gerät aus.

00:16:14: Ist es irgendwie auf den Kopf gedreht oder nicht?

00:16:16: Was man jedenfalls gesehen hat, ist dass tatsächlich die physische Anwesenheit schon dazu führt, dass die Leistung bei dieser Aufmerksamkeitsaufgabe schlechter war als wenn ich das Geräte tatsächlich außerhalb des Raums gebracht habe.

00:16:31: und es gab tatsächlich diesen Unterschied noch.

00:16:33: Gerät auf dem Tisch schlechteste Leistungen gefolgt von... Ich hab's gerade hier irgendwie im Rucksack oder direkt griffbereit in der jakten tasche und wie gesagt beste lösung außerhalb des raums raus.

00:16:47: und das zeigt natürlich irgendwie eins wir haben alle ganz viel erwartungshaltung mit diesem gerät.

00:16:52: da könnte ja was nettes passieren.

00:16:54: wir sind irgendwie ständig ein halb acht oder kommt gleich etwas rein und dass lenkt offen kundig schon ab einfach durch diese physische Präsenz.

00:17:03: und dann sagen viele, naja das ist eine Studie wo es denn eben auch von anderen Wissenschaftlern und Forschenden wieder beobachtet.

00:17:12: Mittlerweile wurde dieses Studium sehr häufig gemacht und in einer Metanalyse also an der Zusammenfassung von allen Studien die zu diesem Thema gemacht worden sind hat man gesehen dass tatsächlich dieser Effekt da ist auch wenn der Effekt nicht riesengroß ist aber trotzdem kleine Interventionen hilft vielleicht einigen Zuschauenden.

00:17:33: Das hoffe ich doch!

00:17:34: Und wenn ihr da draußen noch mehr Tipps zur Selbsthilfe braucht, dann guckt doch mal auf unserer Website vorbei www.wepcare.plus.

00:17:44: Da findet ihr außer allerlei Selbsthilfetipps auch noch professionelle Hilfeangebote falls ihr alleine nicht mehr weiter kommt.

00:17:52: Wenn euch diese Folge hier gefallen hat Dann teilt sie doch gerne mit einer Person wo ihr denkt Die ist vielleicht zu viel am Smartphone, zuviel auf Social-Media-Plattformen unterwegs.

00:18:02: Und wenn ihr Fragen haben solltet an Christian dann könnt ihr am Ende unserer Staffel in unser Webinar kommen.

00:18:10: das findet statt am fünften November um fünfzehn Uhr und auch auf der Website wwwwebcap.plus findet ihr dafür die Anmeldemöglichkeit oder einfach in den Show Notes In der nächsten Folge schauen wir uns die ganzen Psychotricks an, mit denen die Plattform uns auf die Plattform locken wollen und aber auch so lange wie möglich darauf halten wollen.

00:18:33: Also vergesst nicht zu abonnieren damit ihr nächste Woche wieder dabei seid.

00:18:37: bis dann!